POLITIK
17/09/2015 13:10 CEST | Aktualisiert 17/09/2015 13:11 CEST

Carly's Nacht: Warum diese Frau Donald Trump ganz schön alt aussehen ließ

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Die Siegerin der zweiten Debatte: Carly Fiorina

Alle gegen Trump, zehn gegen eins: Die zweite Fernsehdebatte der republikanischen Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten stand ganz im Zeichen des Kampfs von Donald Trump gegen den Rest des republikanischen Kandidatenfelds.

Bei der ersten TV-Debatte der Republikaner Anfang August wurden die guten Umfragewerte des Rechtsaußen-Populisten noch als Strohfeuer belächelt. Aber spätestens jetzt ist klar, dass Trump diesem Wahlkampf zum Schrecken des Partei-Establishments noch lange erhalten bleiben wird. Weiterhin führt der Multi-Milliardär, Immobilienkönig und Reality-TV-Star die Umfragen mit großem Vorsprung an.

Nun bot sich immerhin mal wieder die Gelegenheit, Trump vor großem Publikum von allen Seiten anzugreifen – und das offenzulegen, was sowieso schon jeder weiß: Außer großer Sprüche hat der selbsternannte Retter Amerikas nichts zu bieten. Ein echtes politisches Programm? Zumindest bisher Fehlanzeige.

Punkten im Kampf gegen Trump konnte vor allem eine Frau, die bis vor kurzem sogar den meisten Amerikanern noch völlig unbekannt war: Carly Fiorina. Ähnlich wie Trump ist auch Fiorina eine politische Quereinsteigern, die bisher noch kein politisches Amt bekleidet hatte.

In der ersten TV-Debatte hatte es die frühere Vorstandsvorsitzende von Hewlett-Packard (HP) nicht mal in die Runde der zehn aussichtsreichsten Bewerber geschafft. In der Debatte der "Loser" machte die 61-Jährige damals dann aber eine so gute Figur, dass ihre Umfragewerke in letzter Zeit stetig anstiegen – und sie dieses Mal in der Diskussionsrunde der Top-Kandidaten mitreden durfe.

Trump hatte ihr vor kurzem noch bescheinigt, dass sie mit ihrem Gesicht sowieso niemand wählen würde. Nun schlug Fiorina zurück, ziemlich cool sogar, wie ihr in diesem kurzen Video sehen könnt:

So sagte sie über sich selbst: "Ladies, das ist das Gesicht einer 61-jährigen Frau. Ich bin auf jeden Tag und auf jede Falte stolz."

Explizit warb sie um die Stimmen der Wählerinnen: Frauen seien heutzutage mehr als nur eine politische Interessengruppe, stellten sie doch mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung.

Die Geschäftsfrau war gut vorbereitet und teilte gut aus: Trump bescheinigte sie, eher ein guter Entertainer als ein guter Politiker zu sein.

Auch als sie der Baumagnat wegen ihrer Zeit an der Spitze von HP angriff, blieb sie gelassen. "Ihre Zeit bei Hewlett Packard war eine Katastrophe. Ich würde Ihnen keines meiner Unternehmen anvertrauen", pöbelte Trump. Ihre Antwort: "Sie selbst haben viermal mit Ihren Casinos Bankrott angemeldet. Warum sollten wir ausgerechnet Ihnen vertrauen?"

Trump hatte auch dieses Mal nur wenig Inhaltliches zu bieten. Aber das hat ihm bekanntlich auch bisher nicht geschadet. So erklärte er in Bezug auf Russland: "Ich werde schon fertig mit Putin, denke ich." Wie er das machen will? Egal. "The Donald" zeigte deutlich Schwächen, auch seine pathetischen Worte über die Stärke Amerikas zogen nicht mehr richtig.

Und der Rest? Im Vorfeld hatte CNN verkündet, dass es bereits für eine ganze Reihe der Kandidaten jetzt schon ums Ganze geht: Gemeint waren etwa der libertäre Querkopf Rand Paul sowie mit Senator Marco Rubio und dem Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, zwei Männer, die eigentlich zum engeren Favoritenkreis gezählt wurden. Auch Jeb Bush ist in den vergangenen Wochen in den Umfragen merklich zurückgefallen.

Sie alle - und der Rest des aufgeblähten Kandidatenfelds - versuchten gegen den Negativtrend und gegen Trump anzukämpfen. Aber sie blieben auch diesmal blass.

Mit Material von dpa.

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