WIRTSCHAFT
16/09/2015 15:00 CEST

Startet die US-Notenbank am Donnerstag das "größte finanzpolitische Experiment in der Geschichte der Menschheit"?

Thinkstock

Am Donnerstag könnte die amerikanische Notenbank Fed zum ersten Mal seit Juni 2006 den Leitzins erhöhen. Klingt nach einer unspektakulären Sache. Aber wenn Experten recht haben, kann das Wohl der gesamten Weltwirtschaft von dieser Entscheidung abhängen. Auch unseres.

Wenn die Fed die Zinsen erhöhe, werde das das "größte finanzpolitische Experiment in der Geschichte der Menschheit werden", zitiert die amerikanische Seite "Quartz" einen Analysten. Denn so überzeugt die Fed von dem Schritt sein mag, so deutlich warnen Kritiker.

Im negativen Fall liefe dieses Experiment ihnen zufolge so: Weil die Märkte zu turbulent sind, ist die Finanzstabilität grundsätzlich bedroht. Insbesondere China und andere Schwellenländer verbreiteten schwerwiegende Unsicherheiten, sagt der Harvard-Professor und ehemalige US-Finanzminister Larry Summers. Und er mutmaßt, dass eine Anhebung des Leitzins das labile Konstrukt zum Einsturz bringen könnte.

Chefvolkswirte der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds teilen diese Einschätzung. Sie fürchten, dass die Schwellenländer plötzlich alt aussehen, weil der Dollar gegenüber Schwellenländer-Währungen aufwerten könnte. Die Gefahr drohe, dass Investoren dann Länder wie Indonesien oder die Türkei verlassen und ihr Kapital mitnehmen.

Was interessieren uns diese Länder?, könnte man nun fragen. Aber wenn sich die Krise der Schwellenländer verschärft, droht eine Kettenreaktion. Eine globale Konjunkturflaute. Kommt es dazu, sind auch die positiven Entwicklungen in der Euro-Zone schnell wieder vorbei. Und Deutschland hat plötzlich ganz andere Probleme als die Griechenland-Rettung.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt schon vor einem Ende des Wirtschaftsaufschwungs. "Deutschland steht derzeit im Euroraum wirtschaftlich recht gut da. Aber das ist nicht naturgegeben und kein Grund, sich zurückzulehnen. Auch der gegenwärtige Aufschwung wird einmal enden", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

Hinzu kommt natürlich eine politische Dimension. Wenn Deutschland, der Musterschüler Europas, in die Krise schlittern würde und die Arbeitslosigkeit steigen würde, würde die Wortwahl der fremdenfeindlichen Vollidioten wohl noch ekelerregender. Die argumentieren ja jetzt schon damit, dass es ihnen so schlecht gehe, aber für die Asyl-Bewerber unfassbar viel Geld locker gemacht würde. Dabei steht die deutsche Wirtschaft noch recht gut da.

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