POLITIK
15/09/2015 14:40 CEST | Aktualisiert 16/09/2015 17:26 CEST

Huffpost-Live: Flüchtlingszug bewegt sich von Ungarn nach Österreich

dpa
Flüchtlingszug bewegt sich von Ungarn nach Österreich

26 Jahre ist es jetzt her, dass das ungarische Örtchen Hegyeschalom an der Grenze zu Österreich in die Geschichtsbücher einging. Damals wurde der Eiserne Vorhang dort erstmals brüchig, ungarische Grenzer hatten im Mai 1989 das erste Loch in die Sperranlage geschnitten, sodass die ersten DDR-Bürger fliehen konnten.

Heute, mehr als ein Vierteljahrhundert später, ist das ansonsten eher trostlose 3000-Seelen-Dorf wieder Schauplatz einer dramatischen politischen Entwicklung – wenn auch nur als unfreiwilliger Zuschauer.

Seit Wochen kommen am Bahnhof von Hegyeschalom Tausende Flüchtlinge an, die von Budapest kommend weiter Richtung Österreich und Deutschland wollen.

So auch am Dienstag. Der einzige Unterschied diesmal: Es könnte der vorerst letzte große Flüchtlingstross gewesen sein, der das Grenzdorf erreicht. Denn Ungarns Regierung hat die Grenze zu Serbien dicht gemacht – ein Großteil der Flüchtlinge, die am Montag aus dem Flüchtlingslager im südungarischen Röszke vertrieben worden war, dürfte bereits unter den rund 2000 Menschen gewesen sein, die am Dienstag Hegyeschalom erreichten.

Wer in Hegyeschalom ankommt, ist jedoch noch lange nicht am Ziel. Den Flüchtlingen steht ein mehrere Kilometer langer Fußmarsch zum ehemaligen österreichisch-ungarischen Grenzkontrollposten bevor. (Unser Reporter Christoph Asche hat den Marsch mitgemacht. Hier und hier seht ihr seine Video-Reportage über seinen gemeinsamen Weg mit Flüchtlingen an die österreichische Grenze).

Was sie dort erwartet, ist so etwas wie das geordnete Chaos: Freiwillige verteilen Obst und Wasser, unter einer Lagerhalle feilschen österreichische Taxifahrer um fahrwillige Flüchtlinge, Polizisten leiten die künftigen Asylbewerber in eingezäunte Sonderbereiche, in denen die Flüchtlinge auf Shuttle-Busse warten. „Die müssten gleich kommen“, sagen die Beamten immer wieder. Wirklich optimistisch klingt es nie.

Alle Nachrichten zur Flüchtlingskrise könnt ihr auch in unserem News-Blog unter diesem Link nachlesen.

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