POLITIK
14/09/2015 16:33 CEST | Aktualisiert 14/09/2015 16:45 CEST

Flüchtling berichtet von geheimen Lagern in Ungarn

Ungarn unterhält Geheimlager für Flüchtlinge. Das erzählte ein Flüchtling aus Syrien dem Nachrichtensender „N24“. Das Interview fand an der österreichisch-ungarischen Grenze in Nickelsdorf statt.

Und das ist, was der Flüchtling über die Zustände in den Lagern berichtet:

„Es waren sieben Tage in der Hölle", sagt er. Zusammen mit anderen Flüchtlingen sei er zu einem Camp gefahren und in einen Raum gesperrt worden. "70 Leute, wo sonst vielleicht 20 reinpassen. Wir haben im Stehen geschlafen, weil es so eng war, dass man nicht sitzen konnte.“

Danach sollten die Flüchtlinge in ein anderes Lager gebracht werden. "Wir haben protestiert, die Leute haben geschrien, die Polizei kam.“

Der Mann berichtet auch von Polizeigewalt. „Da war eine alte Frau mit ihrem Ehemann. Die Polizisten haben ihn mit Stöcken geschlagen, sie auch. Dann haben sie ihn aus dem Camp herausgebracht. Wir wissen nicht, was mit ihm passiert ist, aber sie haben ihn nicht zurückgebracht.“

Nach zwei Tagen ging es in ein Geheimlager an der rumänischen Grenze. "Sie haben uns immer wieder gedroht, dass sie uns nach Rumänien bringen.“

Essen habe es viel zu wenig gegeben: "Zwei Stücke Brot am Tag, eins morgens, eins abends.“

Dann seien sie in einem Raum auf rumänische Polizisten gestoßen, die wissen wollten, wer Englisch spreche.

„Ich meldete mich und ein Mann sagte zu mir: ’Wenn ich Ungar wäre, würde ich euch alle töten.’ Ich sagte nur: ‚Warum? Wir haben doch nichts getan.’“

Bisher gibt es für die Informationen des Flüchtlings noch keine offizielle Bestätigung durch die ungarischen Behörden, berichtet „N24“. Der Reporter hält sie aber für „absolut glaubwürdig“.

Lesenswert:

2015-08-06-1438870629-2559366-10000.png

200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

Seit dieser Aktion erreichen uns täglich weitere Dutzende Beiträge zu diesem Thema. Wenn Sie sich an der Diskussion mit einem eigenen Artikel beteiligen wollen, schreiben Sie an blog@huffingtonpost.de.

Es ist Zeit, dass wir in Deutschland ein Zeichen setzen. FÜR Weltoffenheit, FÜR Toleranz und FÜR Menschen in Not

Aus Syrien und vom Balkan: Die Flüchtlingskrise erklärt in 99 Sekunden

Hoffnung auf ein besseres Leben - Szenen aus syrischen Flüchtlingslager

Hier geht es zurück zur Startseite

Gesponsert von Knappschaft