POLITIK
12/09/2015 17:21 CEST | Aktualisiert 12/09/2015 19:13 CEST

US-Spione klagen an: Geheimdienst schönt Berichte über Kampf gegen IS-Terroristen

Getty

Seit Monaten versuchen die USA nun schon, die Terroristen des Islamischen Staats (IS) zu stoppen. Bisher haben sie dabei aber noch keine nennenswerten Erfolge erzielt.

In der Öffentlichkeit gibt sich Obamas Regierung optimistisch. "Ich bin zuversichtlich, dass wir auf lange Sicht den Islamischen Staat besiegen und zerstören werden“, sagte Außenminister John Kerry noch vor wenigen Monaten.

Die Realität aber scheint anders auszusehen. Offenbar ist das Vorgehen der USA gegen den IS noch weniger erfolgreich als sie die Welt glauben lassen. Das zumindest behaupten US-Spione, die im Dienst des Verteidigungsministeriums stehen.

Mehr als 50 Spione haben beim Pentagon Beschwerde eingereicht: Ihre Berichte zum Kampf gegen den IS in Syrien würden verfälscht, werfen sie dem Geheimdienst vor. Das berichtet die US-Seite "The Daily Beast".

In Geheimdienstkreisen ist schon von einer Revolte die Rede. Die Spione beschuldigen den US-Geheimdienst, auch die Regierung um Barack Obama mit ihren getürkten Berichten getäuscht zu haben. Den Spionen zufolge wurden Berichte regelmäßig abgeändert, bevor sie zu Obama und seinen Beratern weitergeleitet wurden.

Der Skandal könnte die oberste Riege des Geheimdienstes schwer treffen. "Das Geschwür saß auf hochrangiger Ebene in der Geheimdienst-Führung“, wird ein Offizieller in dem Bericht zitiert, den die Spione ans Pentagon gerichtet haben. Sogar der Nationale Geheimdienst-Direktor James Clapper soll laut einem Bericht des "Telegraph" an der Manipulation der Berichte mitgewirkt haben.

Das Verhalten ihrer Vorgesetzten beschrieben die Spione in ihrer Beschwerde sogar als "stalinistisch". Auf sie werde Druck ausgeübt, die Berichte möglichst so klingen zu lassen, als seien die Militäreinsätze gegen die Dschihadisten durchweg erfolgreich. Zu negative Berichte hätten sie zurückbekommen. Von einigen erfuhren die Spione auch im Nachhinein, dass sie gar nicht weitergegeben wurden.

Die Manipulationen reichen offenbar schon lange zurück. Nach Aussage eines früheren Analysten des Verteidigungsministerium, den der "Telegraph“ zitiert, habe man die Führung des Geheimdienstes bereits frühzeitig gewarnt, dass die irakische Armee zu schwach sei, um den IS alleine zu bekämpfen. Hochrangige Geheimdienstvertreter hätten später aber so getan, als hätte es diese Warnungen und die frühzeitige Aufforderung, sich in den Konflikt einzuschalten, nie gegeben.

Offizielle hätten immer wieder betont, dass das Erstarken der IS-Terroristen die USA "überrascht" hätten. "Das ist eine riesige Lüge", sagte der Analyst dem "Telegraph".

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