POLITIK
12/09/2015 21:02 CEST | Aktualisiert 13/09/2015 09:46 CEST

13.000 Flüchtlinge an nur einem Tag: Diese 14 Zahlen zeigen, dass München am Limit ist

dpa

München hat in den letzten Wochen seinem selbstgeschaffenen Image der Weltstadt mit Herz alle Ehre gemacht. In keiner deutschen Stadt haben die Bürger die Flüchtlinge so freundlich begrüßt, haben die Behörden die Verteilung der Ankommenden so effizient und schnell geregelt.

Doch langsam aber sicher ist auch die bayerische Landeshauptstadt am Limit. Oberbürgermeister Dieter Reiter ist alarmiert. Die Kapazitätsgrenze sei erreicht, warnt er. “Wir wissen nicht mehr, was wir mit den Menschen machen sollen.”

Diese 14 Zahlen zeigen, dass München bei der Aufnahme von Flüchtlinge an seine Grenzen stößt:

12.200 neue Flüchtlinge sind in München allein am Samstag angekommen. Am frühen Sonntagmorgen erreichten 750 weitere Flüchtlinge den Hauptbahnhof, wie die Bundespolizei mitteilte.

Am Samstagmorgen gab es noch 5200 freue Plätze in Notunterkünften: 2000 davon in Dornach bei Aschheim im Landkreis München, 2200 in der Messe und 700 in der Karlstraße. Jeder einzelne von ihnen ist inzwischen belegt.

Für mindestens 3000 Menschen ist derzeit unklar, wo sie unterkommen sollen. Einige Medien sprechen auch von über 5000 Menschen, die am Samstagabend keinen Schlafplatz haben. Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte am Samstag, die Stadt erwäge, Großzelte aufzustellen. Auch die Olympiahalle ist als vorläufige Notunterbringung im Gespräch. Viele Flüchtlinge haben die Nacht auf Decken und Matratzen im Bahnhofsgebäude in München verbracht.

Allerdings bewiesen die Münchner auch hier wieder ihre Hilfsbereitschaft: Viele brachten Decken und Schlafsäcke für die Flüchtlinge, die im Bahnhof ausharren mussten.

Mit jedem Zug kommen circa 500 neue Flüchtlinge in München an. Mehr als jetzt da sind, kann die Stadt aber unmöglich aufnehmen. Reiter weiß das und er ruft den Rest von Deutschland dringend zur Mithilfe auf. “Jeder Zug, der Flüchtlinge in eine andere Großstadt fahren kann, hilft uns weiter, hier in München ein Chaos zu vermeiden. Damit hier nicht der Hauptbahnhof überläuft", sagte der Bürgermeister am Samstag.

Bisher hat sich lediglich Nordrhein-Westfalen dazu bereit erklärt, Bayern zu unterstützen. 1500 Flüchtlinge sollen in zwei Sonderzügen zunächst dorthin gelangen. Noch in der Nacht fuhr ein Sonderzug nach Dortmund.

Ein erster Zug verließ den Münchner Hauptbahnhof um 15.40 Uhr in Richtung Düsseldorf. Eventuell könnten in der Nacht zum Sonntag 200 bis 300 Asylsuchende nach Norddeutschland fahren, hieß es. Eine wirkliche Entlastung bringe das aber nicht, sagte HIllenbrand in der Pressekonferenz. Theoretisch stünden auch Busse zur Verfügung, aber Reiter kritisierte, dass am Samstag lediglich acht Busse mit 400 Menschen nach Nordrhein-Westfalen gestartet seine.

In München kommen mit Abstand die meisten Flüchtlinge an. 50.000 erreichten Deutschland letzte Woche insgesamt, Mehr als 40.000 davon trafen in München ein.

An diesem Sonntag will das bayerische Kabinett zu einer Sondersitzung zusammenkommen und die sich dramatisch zuspitzenden Flüchtlingslage in München sprechen.

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