Wisch und weg – was uns morgen bewegt

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Wie wir künftig über das Smartphone oder die Smartwatch Autos teilen, Taxis bestellen und alles elektronisch bezahlen können, zeigt die New Mobility World auf der IAA.

Der Traum vom fliegenden Teppich war gestern. Auf der New Mobility World, dem neuen Ausstellungsbereich der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt, können die Besucher vom 19. bis 27. September in der Halle 3.1 die Zukunft der Mobilität schon heute hautnah erleben. Mehr als 170 Aussteller und Partner, die sich einzeln oder in acht Themenparks wie dem Mobility Solution Center oder der Intermodal Market Hall präsentieren, zeigen innovative Ideen und praktische Lösungen, mit denen das mobile Leben schon jetzt leichter wird.

Das Handling von Carsharing für den Verbraucher zu vereinfachen, daran arbeitet zum Beispiel das an der Universität Siegen gegründete Unternehmen Invers, die vor Jahren das erste automatische Carsharing-System entwickelte. Die jüngsten Ideen der Innovationsschmiede, die bei der IAA auf der New Mobility World als Aussteller vertreten ist, machen Carsharing noch komfortabler: Mit dem Smartphone oder der Uhr am Handgelenk können die Nutzer ein Carsharing Auto öffnen und einfach losfahren. Invers hat dafür eine App für Smartphones sowie die Apple Smartwatch entwickelt, die alle Funktionen für Carsharingnutzer kombiniert. Die App erkennt automatisch, sobald sich ein Carsharing-Fahrzeug in der Nähe befindet und bietet dem Nutzer den sofortigen Zugang zum Fahrzeug an. Nach Fahrtende zeigt die App an, wie lange und wie weit insgesamt gefahren wurde und welche Gebühr der Betreiber für diese Fahrt berechnet. „Besonders praktisch ist, dass die Kommunikation zwischen Auto und Smartphone für angemeldete Carsharing-Kunden auch ohne Mobilfunkempfang funktioniert, zum Beispiel in Tiefgaragen oder in Funklöchern“, erklärt Alexander Kirn, Geschäftsführer von Invers. Zu sehen ist die neue Technologie im Mobility Solution Center der New Mobility World (Halle 3.1, Stand A21).

In den größeren Städten wächst die Zahl der über Carsharing verfügbaren Autos kontinuierlich. Aber was ist mit den ländlichen Gebieten? Dort könnten Autohäuser schon bald diese moderne Form der Mobilität zur Verfügung stellen. Das Berliner Startup-Unternehmen carzapp hat Ende März 2015 im Auftrag der Santander Consumer Bank AG ein neues Portal entwickelt, das Kfz-Händlern den Aufbau eines eigenen lokalen Carsharings ermöglicht. Die Fahrzeuge können unter www.santander-carsharing.de abgerufen werden. Carzapp hat dafür eine Hard- und Softwarelösung entwickelt, sodass die Autos rund um die Uhr zur Verfügung stehen und nicht an die Öffnungszeigen der Autohäuser gebunden sind. Mehr Informationen dazu gibt es ebenfalls im Mobility Solution Center der New Mobility World.

Wer abends feiert und nicht mehr selbst fahren will, kennt das Problem: Wo finde ich das nächste Taxi? Und wie lange dauert es noch, bis es kommt? Diese Fragen beantworten Taxi-Apps, die sich in den letzten Jahren am Markt durchgesetzt haben. So verfügt die weltgrößte Taxi-App mytaxi mittlerweile über rund 10 Millionen Nutzer und 45.000 Taxis. Die Möglichkeit, Taxi-Fahrten mobil zu buchen, die Anfahrt des gebuchten Taxis live zu verfolgen und es per App zu bezahlen, ist nicht neu. Allerdings stellt mytaxi laufend weitere Features zur Verfügung – so können seit kurzem auch Taxifahrten, die nicht per App gebucht wurden, digital bezahlt werden. Taxifahrer mit gutem Service können als Stammfahrer gespeichert und bei Verfügbarkeit bevorzugt geordert werden. Firmen können über ein Konto alle Taxifahrten ihrer Mitarbeiter über eine Abrechnung laufen lassen und sparen damit Verwaltungsaufwand. Diese und weitere Features stellt mytaxi in Halle 3.1 in der Multimodal Market Hall der New Mobility World vor.



apple watch black

Intelligente Software ist aber nicht nur für mobile Dienstleistungen wie Carsharing oder Taxis von Bedeutung, sondern wird auch immer mehr Einzug in die Nutzung des eigenen Fahrzeugs halten. „Wir glauben, dass ähnlich wie bei Smartphones, Computern und Fernsehern nicht mehr nur die Leistung, sondern die Benutzbarkeit, Vernetzung und Integration von Software, Information und Datenströmen den Unterschied zwischen einem guten und einem weniger guten Auto ausmachen wird“, sagt Marketingleiter Michael Pollner von trive.me. Unter der Marke trive.me schmiedet die EDAG Engineering GmbH an intelligenten Lösungen für die Zukunft. Dazu gehört der trive.account. Mit ihm soll der Fahrer künftig bei Bedarf neue Features im Fahrzeug freischalten können, die auf der bereits eingebauten Hardware laufen. Das können zum Beispiel Assistenzsysteme sein, aber auch Leistungsmerkmale wie 30 PS mehr Motorleistung. Wird das Fahrzeug durch ein neueres Modell ersetzt, sollen die auf dem trive.account gespeicherten Merkmale auf das neue Auto übertragen werden. Der Vorteil für die Automobilhersteller liegt nach Ansicht von Pollner dann in der Markenbindung. Denn wer seine Features wie bei Apple oder Android mitnehmen kann, wechselt nicht den Hersteller.