POLITIK
11/09/2015 12:49 CEST

Ungarische Flüchtlings-Treterin rechtfertigt sich mit offenem Brief

Die Aufnahmen gingen um die Welt: Eine ungarische Journalistin des rechtskonservativen TV-Senders N1TV trat an der Grenze zu Serbien vor laufender Kamera (siehe oben) auf mehrere Flüchtlinge ein und stellte ihnen ein Bein. Nun hat die mittlerweile entlassene Kamerafrau in einem offenen Brief in der ungarischen Tageszeitung "Magyar Nemzet“ auf den Vorfall reagiert.

In dem Brief bedauerte die Frau zwar ihr Verhalten, stellt sich aber gleichzeitig als Opfer einer "Hexenjagd" da. So schreibt sie:

"Hunderte von Flüchtlingen brachen durch die Polizeikette. Einer von ihnen stürzte auf mich zu und ich hatte Angst. (…) Ich dachte, dass ich angegriffen werde und mich schützen muss. Es ist schwer, die richtige Entscheidung zu treffen, wenn Hunderte Menschen um dich in Panik sind.“

Und drückt gleichzeitig auf die Tränendrüse:

"Ich verdiene es nicht, dass eine politische Hexenjagd auf mich gestartet wird und dass ich Morddrohungen erhalte. Ich bin nur eine Frau und seit dem Vorfall arbeitslose Mutter, die in einer Paniksituation eine schlechte Entscheidung getroffen hat. Es tut mir wirklich leid.“

Soso, Petra L. hat also nur aus schierer Panik auf Flüchtlinge - ganz gleich ob Kinder oder Erwachsene - eingetreten und ihnen ein Bein gestellt. Einen wirklich ängstlichen Eindruck macht die Kamerafrau auf den Aufnahmen allerdings nicht.

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