WIRTSCHAFT
10/09/2015 14:41 CEST | Aktualisiert 10/09/2015 16:26 CEST

Nie wieder Supermarkt? Google liefert bald frische Lebensmittel

Thinkstock
Google wagt den Angriff auf die Supermärkte

Es ist der nächste große Angriff, den Google auf die traditionelle Wirtschaft wagt. Die Idee ist vielleicht nicht so cool wie das selbstfahrende Auto, aber könnte sich blitzschnell auf der Welt verbreiten. Weil sie so einfach ist: Google will den Supermarkt ersetzen.

Wer bisher für Äpfel, Salat oder Kartoffeln noch kurz im Supermarkt vorbeischaute, kann künftig darauf verzichten und daheim auf den Lieferanten von Google Express warten, der frische Lebensmittel bis zur Wohnungstür bringt.

Die Frischware sollen Kunden noch in diesem Jahr bestellen können. Der Konzern startet dazu einen Pilotversuch in San Francisco und einer anderen, noch geheimen, US-Stadt, wie Google-Manager Brian Elliot dem Nachrichtensender "Bloomberg" sagte.

Mit diesem Schritt macht Google alles anders

Ein Internetunternehmen, das sich als Supermarkt-Ersatz positioniert? Neu ist das nicht. Amazon übernimmt mit Amazon Fresh bereits den Einkauf für Bewohner von US-Metropolen. Der Dienst Ebay Now macht es ähnlich. Hierzulande liefern auch Supermärkte wie Rewe nach Hause. Und selbst für Google ist die Erfindung nicht neu im Portfolio: Google Express bringt bereits seit rund zwei Jahren länger haltbare Produkte wie Cornflakes und Getränke ins Haus, ebenfalls nur in Großstädten.

Doch die Lieferung frischer, schnell verderblicher Waren ist die absolute Kampfansage. Denn diesmal schickt sich kein Startup-Unternehmen als Glücksritter an. Der Gegner ist eins der einflussreichsten Unternehmen der Welt. Google hat genug Geld, um einen Dienst in kurzer Zeit zum Standard zu machen.

Sein E-Mail-Dienst Gmail ist der größte Mailanbieter weltweit. Das Smartphone-Betriebssystem Android ist international so weit verbreitet, dass Apples iOS dagegen fast ein Nischenprodukt ist. Und vor allem ist es Google gelungen, jeden Vorgang so sehr zu vereinfachen, dass er sich mit wenigen Suchworten ansteuern lässt.

Diktiert Google bald die Preise?

Die Bedrohung für die bekannten Supermärkte und Discounter wie Rewe, Aldi oder Lidl ist also da. Wenn der Einkaufszettel mit wenigen Stichworten geschrieben ist, ist der Online-Einkauf womöglich genauso spontan wie der Besuch im Geschäft um die Ecke - aber ohne Anstehen an der Kasse.

Zudem können Kunden bei Google direkt Produkte aus mehreren Supermärkten gleichzeitig bestellen. In den USA will Konzern mit Ketten wie Whole Foods und Costco zusammenarbeiten. Der Lieferdienst würde sich damit als Mittelsmann zwischen Geschäft und Kunde aufbauen - und den Märkten irgendwann die Preise diktieren. Wer sich der Einkaufsmacht Google nicht beugt, könnte so schnell auf seinen Waren sitzenbleiben.

Ob Google dieser Schritt gelingt, zeigt nun der Pilotversuch in den USA. Wann Google Express nach Deutschland kommt, ist noch unklar.

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