POLITIK
05/09/2015 08:52 CEST

Studie: Der typische Nichtwähler ist sozial benachteiligt

thinkstock.de

Sozial Schwache sind bei der vergangenen Bundestagswahl besonders häufig nicht wählen gegangen. Das belegt eine Analyse der Wahlbeteiligung je nach Zugehörigkeit zum gesellschaftlichen Milieu, die die Bertelsmann-Stiftung am Samstag veröffentlicht hat.

Die Wahlforscher bedienten sich dafür der sogenannten Sinus-Milieus, einem soziologischen Modell, das die Bevölkerung je Sozialstatus und Wertegerüst in Gruppen unterteilt.

Das Fazit: "Deutschland ist zu einer sozial gespaltenen Demokratie geworden. Zwischen Ober- und Unterschicht klafft eine deutliche Lücke in der Wahlbeteiligung", sagte Studienautor Robert Vehrkamp.

So lag diese in den sozial privilegierten Schichten um bis zu 40 Prozent höher als in den unteren Schichten. Besonders häufig verzichteten konsumfreudige Unter- und Mittelschichts-Angehörige auf ihre Stimmabgabe (47,7 Prozent).

Auch die von Zukunftsängsten und geringen Aufstiegschancen charakterisierten Menschen aus dem Milieu der Prekären gingen mit einer Wahlbeteiligung von 58,9 Prozent deutlich seltener wählen als der Durchschnitt in den ausgewählten 640 Stimmbezirken (72,2 Prozent).

Von den Menschen aus dem konservativen Establishment, der intellektuellen Bildungselite und der effizienzorientierten Leistungselite gingen dagegen mehr als acht von zehn Stimmberechtigten an die Urne.

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