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03/09/2015 16:18 CEST | Aktualisiert 04/09/2015 07:39 CEST

Diese gefährliche Droge wird bei Jugendlichen immer beliebter

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Tödliche Droge wird bei Jugendlichen immer beliebter

Immer mehr junge Menschen steigen von Cannabis auf synthetisches Marihuana um. Die Designerdroge, auch als Spice bekannt, wird immer beliebter, berichtet die amerikanische Drogenbehörde DEA. Sie gilt als quasi-legaler Ersatz für echtes Marihuana. Quasi-legal deshalb, weil nur bestimmte Inhaltsstoffe verboten sind. Da auf den Tütchen aber keine Inhaltsstoffe stehen, bewegt man sich beim Handel und Besitz in einer Grauzone.

Beinahe täglich berichten die Medien von Zwischenfällen mit der Droge. Am Montag wurden fünf Menschen aus Wisconsin mit einer Überdosis ins Krankenhaus gebracht. Ein Sprecher der Polizei sagte, dass zwei von ihnen gestorben wären, hätte man ihnen nicht geholfen. Erst Mitte August starb ein 19-Jähriger, nachdem er fünf Tage im Koma gelegen war. Er hatte nur ein Mal Spice konsumiert.

Synthetisches Marihuana ist keine Neuheit mehr, 1990 entwickelte ein US-Forscher das erste künstliche Cannabinoid. Die Droge wird aus einem Mix aus Chemikalien hergestellt und auf eine Kräutermischung aufgetragen. Konsumenten rauchen sie meist in Verbindung mit Tabak. Je nach verwendetem Chemiecocktail variiert die Wirkung und Stärke. Forscher halten den Originalwirkstoff für etwa viermal so stark wie natürliches THC.

Unter Jugendlichen ist die Droge besonders beliebt, weil sie als quasi-legale Alternative zu Marihuana gilt. Außerdem kann man sie angeblich nicht bei Drogentests nachweisen. In einer Umfrage des National Institute on Drug Abuse aus dem Jahr 2012 gaben rund elf Prozent der Befragten an, Spice zu konsumieren. Bunte Tütchen, fetzige Namen (Mr. Happy, Bizarro) und ein niedriger Preis sind verlockend für Jugendliche. Ein Sprecher der amerikanischen Drogenbehörde sagte dem Magazin "Business Insider UK", dass Spice mittlerweile auf Platz zwei der beliebtesten Drogen steht.

In Deutschland und den USA sind einige der Chemikalien bereits verboten. Die Hersteller der Ersatzdroge steigen aber, sobald eine konkrete Zutat verboten wird, einfach auf eine andere um. Keine Charge gleicht der nächsten und genau dieser unkontrollierbare Cocktail macht die Droge so gefährlich. Allein bis Juli 2015 nahmen die amerikanischen Giftzentren mehr Berichte über Überdosen auf, als in ganz 2014.

Bei einer Überdosis können gefährliche Nebenwirkungen, wie Halluzinationen, Panikattacken, Herzrasen, Kreislaufversagen bis hin zur Bewusstlosigkeit auftreten. Polizisten aus den USA berichteten von extrem aggressiven oder verwirrten Konsumenten – ähnlich wie bei Badesalz, einer weiteren Designerdroge.

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