WIRTSCHAFT
03/09/2015 18:09 CEST | Aktualisiert 08/09/2015 12:27 CEST

3 Grafiken über die Weltwirtschaft, die du kennen solltest

Thinkstock

Chinas Wachstumsschwäche hat die Finanzmärkte zum Beben gebracht. Doch das könnte erst der Anfang gewesen sein.

Es steht nicht nur die Zinswende in den USA vor der Tür, die dort die Ära des ultrabilligen Geldes beendet (Details hier), sondern es gibt neben China noch Länder, die uns noch viel größere Sorgen bereiten sollten: konkret Brasilien und Russland.

Die folgenden Grafiken veranschaulichen die Grundproblematik.

1.

Die siebtgrößte Volkswirtschaft ist in die Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt wird auch in diesem Jahr schrumpfen. Erwartet wird ein Rückgang von 1,8 Prozent. 8,4 Millionen Arbeitslose gab es bis Juli - 23,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Viele Brasilianer fürchten Entlassungen im großen Stil. Durch den größten Korruptionsskandal in der Geschichte Brasiliens gibt es zudem eine politische Lähmung, die rasche Reformen erschwert. Politiker wurden bei Auftragsvergaben jahrelang mit "Provisionen" geschmiert.

2.

hsbc

Die Inflation kletterte in Brasilien im Juli auf satte 9,56 Prozent. Der Konsum bricht ein, auch weil alles teurer wird. Hinzu kommen externe Faktoren wie der schwache Ölpreis - und teils marode Infrastruktur. Bei diesem Horror-Mix ist es nicht wirklich verwunderlich, dass nach neuesten Projektionen der Zentralbank auch 2016 eine Rezession erwartet wird.

Nach einer Analyse der Landesbank Baden-Württemberg hat Brasilien unter anderem dank seiner gewaltigen Reichtum an Rohstoffen trotz aller Probleme wieder Chancen auf einen Wachstumskurs – „vorausgesetzt, es besinnt sich auf die vor Beginn der Ära Lula da Silva/Dilma Rousseff geltenden Tugenden wie Haushaltsdisziplin, Preisstabilität und gute Rahmenbedingungen für in- und ausländische Investitionen“.

Viele Investoren bezweifeln das – und ziehen die Gelder im großen Stil ab. Was nun zu erwarten ist, lehrt die Geschichte: Firmenpleiten, eine noch weiter steigende Inflation und zunehmende politische Instabilität, wenn die Wut die Menschen auf die Straßen treibt. Alles Gift für langfristige Investitionen. Und in Russland ist die Inflationsrate sogar bei fast 16 Prozent. Nur ein Indikator dafür, dass die Wirtschaft des Riesenreichs derzeit tief in der Klemme steckt.

Von April bis Juni ist sie um fast fünf Prozent geschrumpft. Die Talfahrt der Ölpreise macht dem von Rohstoffen abhängigen Land ebenfalls schwer zu schaffen.

Hinzu kommen westliche Sanktionen in der Ukrainekrise und ein schwacher Rubel. Die Inflation beträgt aktuell mehr als 15 Prozent. Dabei sieht sich Kremlchef Wladimir Putin eigentlich als treibende Kraft der Schwellenländer. Er will sich nicht nur die Rüstungsmärkte vor allem in Indien und China sichern, sondern etwa auch Technologie für den Bau von Atomkraftwerken verkaufen.

3.

weltwirtschaft

Auch Deutschland könnte irgendwann in die Demografiefalle stolpern. Doch Russland hat ganz andere Probleme. „Vor allem der ferne Osten und der hohe Norden Russlands erleben schon heute eine wahre Bevölkerungsimplosion. Denn hier kommt zu den niedrigen Kinderzahlen auch noch die Abwanderung hinzu. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte die Einwohnerzahl Russlands um etwa 25 Millionen Menschen sinken. Vor allem die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte dürfte einbrechen – bis 2030 bereits um 15 Millionen oder knapp 20 Prozent“, prognostizierte das renommierte Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung bereits im Jahr 2011.

(mit Material von dpa und AP)

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