Umfrage unter Chefs: Das sind die besten Ausreden, um sich krank zu melden

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KRANKSCHREIBUNG
Jamie Grill via Getty Images
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Wenn ein Mitarbeiter krank ausfällt, geht den Chef die Art der Krankheit nicht an. Die ist Privatsache. Aber in der Regel sagt man dann ja doch irgendwie, was los ist, um nicht verdächtig zu sein, man könne blau machen.

Man sagt: „Sorry, falle leider aus. Ich habe Magenprobleme.“ Oder: „Mist. Ich glaube, ich habe mir eine Grippe eingefangen.“

Die Chefs sind in der Regel dann natürlich verständnisvoll, wünschen euch, wenn sie höflich sind, eine gute Besserung.

Ob sie euch das dann auch abkaufen, ist eine ganz andere Frage. Diesen Schluss lässt zumindest eine Umfrage der Krankenversicherung "AXA PPP Healthcare" unter 1000 Führungskräften in Großbritannien zu, über die der "Telegraph" berichtete.

Die Krankenversicherung fragte die Chefs: „Was ist ein ernster Grund für einen Angestellten, nicht zur Arbeit zu kommen?“ Mit anderen Worten: Was ist eine gute Ausrede, um krank zu fehlen?

Die Antworten verraten, welche Krankheiten Chefs ernst nehmen - und bei welchen sie euch nicht für voll nehmen.

  • Grippe: 42 Prozent der Befragten gaben an, dass dies ein guter Grund war, um zu fehlen.
  • Rückenschmerzen: 38,5 Prozent
  • Verletzung nach einem Unfall: 38,2 Prozent
  • Stress: 35,4 Prozent
  • Chirurgischer Eingriff/Operation: 35,2 Prozent
  • Depression: 34,5 Prozent
  • Angstgefühl/Angstzustand: 25,4 Prozent
  • Erkältung: 23,8 Prozent
  • Migräne: 21,7 Prozent

Bei so strengen Kriterien dürften Chefs selbst wohl nie krank sein – wenn selbst eine Grippe kein überzeugender Grund ist, krank zu sein?!

Auch die Tatsache, dass so viele Chefs eine Depression nicht als guten Grund für eine Krankschreibung angesehen haben, zeigt, dass sie nicht verstanden haben, was es bedeutet, depressiv zu sein.

Wie ist diese Skepsis zu bewerten? Woher kommt sie?

Sicher liegt es auch daran, dass Blaumachen für Arbeitnehmer immer mal wieder eine Option ist, um ein verlängertes Wochenende zu haben oder das gute Wetter auszunutzen. Das gilt für Großbritannien genau wie hierzulande.

Laut einer Umfrage des Vergleichsportals "Geld.de" unter 1000 Arbeitnehmern in Deutschland planten 6,5 Prozent der Befragten in den nächsten Monaten durch eine vorgetäuschte Krankheit blau zu machen, Männer etwas lieber als Frauen. Der Bildungsabschluss machte keinen Unterschied.

Hochgerechnet auf alle Arbeitnehmer kommt dabei eine stattliche Zahl von 2,1 Millionen Arbeitnehnern heraus, die eine fingierte Krankschreibung planen.

Bei Schwindel droht die fristlose Kündigung

Doch das kann böse enden. Wenn ihr euch krankmeldet, obwohl ihr gesund seid, riskiert ihr eine fristlose Kündigung – zumindest dann, wenn ihr kein Attest habt. Dieses gelte nach der Rechtsprechung der Gerichte als Beweis, dass der Arbeitnehmer tatsächlich arbeitungsunfähig erkrankt ist, erklärt die auf Arbeitsrecht spezialisierte Kanzlei Hensche .

HINTERGRUND:


Krankschreibungen in Deutschland

Der durchschnittliche Arbeitnehmer ist circa neun Tage im Jahr krankgeschrieben. Zuletzt nahmen Ausfälle wegen psychischer Erkrankungen deutlich zu, wie der Dachverband der Betriebskrankenkassen Anfang Juli erklärte. Rund 15 Prozent aller Krankentage mit ärztlichem Attest gehen demnach auf psychische Erkrankungen zurück - vor allem Depressionen. Im Schnitt dauern Krankschreibungen in diesen Fällen 40 Tage.

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