ENTERTAINMENT
01/09/2015 14:58 CEST | Aktualisiert 01/09/2016 11:12 CEST

Die Casting-Show "Popstars" ist zurück, aber die Quote ist schlecht

Willi Weber/ Brainpool
Stefanie Heinzmann (l.) und Jury-Kollegin Miss Platnum in der Sendung "Popstars"

Die Casting-Show "Popstars" ist zurück im Fernsehen - aber niemanden interessiert es. Zwar ist die Quote stabil, aber miserabel: Die dritte Folge verfolgten am Montag 690.000 Zuschauer, das bedeutete für RTL II einen Marktanteil von 2,6 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen, und das zur Primetime. Auch Gast-Star Sarah Connor konnte da nichts mehr reißen. Warum will keiner "Popstars" sehen?

1. Das Format Casting-Show wurde ausgereizt

Man kennt das Phänomen. Kommt ein Format gut an, wird es gnadenlos ausgeschlachtet. Und der Casting-Boom nahm in jüngster Zeit schon bizarre Formen an. Alles wurde gecastet, von Models über Köche bis hin zu den schönsten Frauen Deutschlands - Guido Maria Kretschmers Show floppte im Übrigen auch. Selbst hartgesottene TV-Junkies können das nicht mehr sehen.

2. "Popstars" war zurecht tot

Dabei hatte RTL II sogar auf ein erprobtes Format gesetzt. Schließlich gilt "Popstars" als die Mutter aller deutschen Castingshows und startete im Jahr 2000 noch zwei Jahre vor "Deutschland sucht den Superstar". Doch dass sie 2012 abgesetzt wurde, hatte seine Gründe: Aufgrund sinkender Quoten wurde das Finale der 10. Staffel vorverlegt. Wieso sollte sich das in der Zwischenzeit, wo es Castingshow-Ersatz satt gab, geändert haben?

3. Die Gewinner der letzten Jahre sind gescheitert

Apropos 10. Staffel: Wer war denn da gleich wieder der Gewinner? Kunststück, dass sich kaum noch jemand an Melouria erinnert. Mehr als eine Single und ein erfolgloses Album waren nicht drin. Anderen Casting-Formaten ging es nicht besser. DSDS-Sieger Severino Seeger verschwand nur deshalb nicht sofort in der Versenkung, weil er ältere Damen um ihr Geld gebracht hatte. Selbst das von Kritikern gelobte "The Voice of Germany" brachte keine echten Stars hervor.

4. Kein Alleinstellungsmerkmal

Ein bisschen Vielfalt sollte den Gesangswettbewerben im deutschen Fernsehen dann doch eingehaucht werden. Deswegen setzen die einen auf Emotionen und kramen von der Scheidung der Eltern bis hin zur mittelschweren Grippe alles hervor und unterlegen es mit süßlicher Musik, andere wiederum setzen auf Schadenfreude. "Popstars" dagegen will sich auf die Musik konzentrieren. Doch das macht schon "The Voice".

5. Seriös aber langweilig

Eine weitere Parallele zu "The Voice" ist die professionelle Jury, bestehend aus Sängerin Stefanie Heinzmann, Rapperin Miss Platnum ("Lila Wolken") und Tänzerin Bella Garcia. Tränen der Rührung und Konkurrenzkampf wie bei "The Voice", wo die Coaches um die Kandidaten buhlen müssen, gibt es da nicht. Doch gerade die munteren Sticheleien der Jury waren das Salz in der Suppe. "Wenn du auf Langeweile stehst, sei langweilig. Aber dann mit Überzeugung", sagte Heinzmann zu einer Kandidatin. Klingt löblich. Für die Quote ist es aber pures Gift.

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