WIRTSCHAFT
31/08/2015 15:28 CEST

Weil ein Kind beim Einkaufen schrie, griff Rewe zu drastischen Maßnahmen

dpa
Weil ein Kind beim Einkaufen schrie, griff Rewe zu drastischen Maßnahmen

Wenn sie sich nicht gerade Schmerzen zugefügt haben, gibt es gemeinhin eigentlich nur zwei Gründe, warum Kinder anfangen zu schreien. Entweder sie sind müde oder sie haben Hunger.

Beides kann ihnen eigentlich niemand verübeln – erst recht nicht, wenn bei einem kleinen Schreihals mal beides zusammen kommt. Hunger und Müdigkeit. So wie bei dem kleinen Maximilian.

Der Dreijährige aus Wandsbek nahe Hamburg wäre nach einem Tag in der Kita am liebsten gleich ins Bett gefallen, so erschöpft war er. Doch Mutter Annett Gerstenberg blieb keine Wahl. Zuhause war der Kühlschrank leer – nichts zu essen da für ihren Kleinen.

Mutter und schreiendes Kind werden bei Rewe vor die Tür gesetzt

Also musste sie ihren Sohn noch mit zum Einkaufen nehmen. Zu Rewe. Doch dort erlebten Mutter und Kind eine böse Überraschung, die sie nicht für möglich gehalten hätten. Die "Hamburger Morgenpost" berichtet von dem Fall.

Annett Gerstenberg und ihr (schreiender) Maximilian wurden noch im Eingangsbereich von einem Supermarkt-Detektiv abgefangen – und postwendend aus der Rewe-Filiale verwiesen.

Der „Mopo” sagte Gerstenberg:

„Er (der Detektiv) sagte, er sei für die Sicherheit des Geschäfts zuständig. Und die würde ich gefährden. Dann forderte er mich auf, den Laden zu verlassen.“

Rewe will Kunden „nicht vergraulen”

Die Mutter konnte nicht glauben, was ihr dort widerfuhr. Sie hält dem Unternehmen vor, kinderfeindlich zu sein.

Diesen Vorwurf weist Rewe von sich. Gegenüber der Zeitung beteuerte der stellvertretender Leiter der betreffenden Filiale, Mathias Behn: „Der Detektiv wollte nur nach dem Rechten sehen.“

Seine Mitarbeiter seien davon ausgegangen, so Behn, dass ein Unfall oder eine Verletzung vorgelegen habe. Der Detektiv habe der Kundin deshalb nur vorgeschlagen, mit dem Kind vor die Tür zu gehen, damit es sich wieder beruhigen könne. „Sie hätte ja anschließend wieder reinkommen können“, sagte Behn.

Welches Elternteil hätte auf ein solch charmantes Angebot in dieser Situation wohl angenommen?

Der Rewe-Filialleiter will derweil nochmal das Gespräch mit Annett Gerstenberg suchen: „Es ist nicht in unserem Interesse, Kunden zu vergraulen“, sagte er der „Mopo”.


Lesen Sie auch:Brief an die Kellnerin, die im Restaurant ein schreiendes Kind anbrüllte

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