POLITIK
29/08/2015 14:51 CEST | Aktualisiert 29/08/2015 14:52 CEST

Vier Gründe, warum Donald Trump eine Gefahr für die USA ist - aus der Sicht seines schärfsten Kritikers

dpa
Vier Gründe, warum Donald Trump eine Gefahr für die USA ist

Es ist der aktuell wohl schärfste Kritiker Donald Trumps. Jorge Ramons hat sich auf einer Pressekonferenz mit dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten angelegt. Von vielen Latinos in den USA wird er dafür gefeiert.

Ramons wollte Trump auf einer Pressekonferenz eine Frage zu dessen Einwanderungsplan stellen. Doch Trump schnitt ihm das Wort ab und sagte, er sei nicht aufgerufen, er solle sich setzen. Als der Moderator dagegen protestierte und Kritik an Trumps Plänen äußerte, erschien ein Sicherheitsmann und führte den Reporter aus dem Raum.

Ramos durfte später wieder den Saal betreten. Trump, der bei den Republikanern das Feld der Bewerber anführt, will unter anderem mit einer Grenzmauer zu Mexiko illegale Einwanderer abschrecken.

Trump ist eine Gefahr für die USA

Ramons wehrt sich massiv gegen die Pläne Trumps. Vier Gefahren, die von dem Milliarden schweren Präsidentschaftskandidaten ausgehen - aus der Sicht seines schärfsten Kritikers.

1. "Er macht Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in den USA wieder hoffähig", sagte Ramons "Spiegel Online". Trump attackiere eine Minderheit in den USA und wolle elf Millionen Einwanderer ohne Papiere abschieben.

Noch führt er in den Umfragen. Aber ein halbes Jahr, bevor die Vorwahlen überhaupt anlaufen, sagen Umfragen angeblich nur sehr wenig aus. Wenn es darauf ankommt, werden ihm die Republikaner die Gefolgschaft versagen, meinen Eingeweihte.

2. Der Unterstützerkreis Trumps sei inzwischen riesig, argumentiert Ramons. Und tatsächlich ist der Mann mit der Föhn-Frisur ein Medien-Phänomen. "Der schrille Trump bringt ganz einfach Quote", wie ein Beobachter in Washington meint. Niemand zieht so viele Zuschauer an wie Trump.

Die Amerikaner mögen Außenseiter, die das Establishment in Frage stellen. Und für die Medien gilt: Je schriller, desto besser - zumindest in der Anfangsphase, so lange es nicht richtig ernst wird.

3. Trump tritt als Anti-Politiker auf. Fragen weiche er aus und lasse sich nicht auf Details ein, so Ramons. "Wir werden unser Land wieder groß machen" verspricht er. Dabei hat er keine Hemmungen, das Blaue vom Himmel zu versprechen. Manche vermuten, der 69-Jährige selbst nehme das alles gar nicht ernst.

"Trump macht das alles, weil es gut für sein Geschäft ist - und für sein Ego", sagt ein deutscher Polit-Insider einer Stiftung in Washington.

4. "Trump ist das Ergebnis republikanischer Denke", sagt Ramons. Seine Ideen seien dabei nicht neu. Trump, der bei den Republikanern das Feld der Bewerber anführt, will unter anderem mit einer Grenzmauer zu Mexiko illegale Einwanderer abschrecken.

Als der Baulöwe aus New York im Juni seinen Hut in den Ring warf, reagierten viele Kommentatoren mit einem schiefen Lächeln, als sei ihnen seine Bewerbung persönlich peinlich. Ein Geldmann mit großer Klappe und ohne Niveau. Trump war der große Unbekannte. Nun führt er in den Umfragen.

Mit Material von dpa


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