POLITIK
29/08/2015 09:23 CEST | Aktualisiert 29/08/2015 09:24 CEST

Mit diesem Plan will Petry gegen das Rechts-Image der AfD ankämpfen

dpa

Seit dem Austritt von Partei-Gründer Bernd Lucke ist die Partei gehörig geschrumpft - sie verlor in der Zeit etwa zwanzig Prozent ihrer Mitglieder. Lucke sagte sogar der Huffington Post, es würde ihm "Genugtuung bereiten, wenn die AfD verschwindet."

Das sieht seine Erzfeindin Frauke Petry von Amtswegen anders. Sie ist AfD-Chefin und gewannt den Machtkampf um die Parteispitze vor knapp zwei Monaten gegen Lucke. Seither ist die AfD nach rechts gerückt - und in Umfragen deutlich gesunken. Man könnte auch sagen: Bedeutungslos geworden.

Doch Petry will sich nicht geschlagen geben. Nach dem Willen der Vorsitzenden soll die Partei wieder mehr in die Mitte der politischen Landschaft rücken. "Ich sehe die Aufgabe, die AfD in einem Spektrum zu verankern, in dem sie von einer wachsenden Zahl von Menschen gewählt werden kann", sagte Petry der Nachrichtenagentur dpa.

Sie fühlt sich von ihren Gegnern unfair behandelt. "Sie versuchen permanent, uns das Etikett einer rechten Partei anzukleben. Das wird ihnen aber nicht gelingen." Vielleicht sei die AfD in der Wortwahl ein bisschen "frecher". Doch ihr Themenspektrum sei sehr breit.

Petry will die Partei wieder zu ihren Wurzeln zurückführen. Was das heißt? "Die große Mehrheit der AfD hat den Parteitag in Essen als Befreiungsschlag erlebt. So nach dem Motto: Jetzt können wir die AfD wieder zu der Partei machen, die sie 2013 war."

Den Euro will Petry wieder stärker in den Fokus rücken. Aber auch Themen wie Familie, Mittelstand, Steuern, Asyl und Energiepolitik spielten eine Rolle: "Die Mitglieder verlangen nach einer programmatischen Breite."

Die Auseinandersetzungen auf oberster Ebene hätten gelähmt und zu einem zerstrittenen Bild in der Öffentlichkeit geführt. Dies werde man korrigieren müssen: "Ich sehe nach wie vor keinen Rechtsruck in der AfD. Er wurde aber von jenen prognostiziert, die in Luckes Gefolgschaft ausgetreten sind."

Doch es gehe nicht nur darum, die Anfangsidee wieder mit Leben zu erfüllen. "Wir brauchen innerhalb der Partei ein lebendiges Diskussionsklima, wenngleich nicht jeder machen kann, was er möchte", sagte die 40 Jahre alte Parteichefin. Anders als bis zum Essener Parteitag werde der neue Vorstand keine willkürlichen Linien vorgeben.

Der neue Bundesvorstand werde das Prinzip der "Demokratie von unten", viel stärker vertreten. "Früher hatte er de facto ein Vetorecht bei der Programmarbeit. Wenn ein Thema in den Ausschüssen auftauchte, gab es für den Vorstand die Möglichkeit, dieses Thema und die Diskussion dazu zu verhindern." Künftig werde der Bundesvorstand keine "diskussionshemmende Wirkung" mehr haben: "Zumindest eine Diskussion sollte stattfinden. Was am Ende auf Parteitagen eine Rolle spielt, soll unter anderem über Online-Umfragen in der Mitgliedschaft entschieden werden. Wir binden die Basis stärker ein", sagte Petry.