WIRTSCHAFT
27/08/2015 07:42 CEST | Aktualisiert 27/08/2015 08:14 CEST

Diese 5 Zahlen entlarven, wie Seitensprungportale Männer abzocken

HuffPost
Hacker haben Millionen Userdaten von Ashley Madison geklaut

Im August klauten Hacker die Nutzerdaten des Seitensprungportals Ashley Madison. Viel wurde über diesen Hack geschrieben. Doch bisher hatte sich niemand die Mühe gemacht, die Nutzerdaten zu analysieren, um einem alten Vorwurf gegenüber Fremdgeh-Portalen nachzugehen: dass männliche Kunden durch gefälschte Profile von angeblich sexhungrigen Frauen angelockt würden.

Etwa 32 Millionen User-Datensätze wurden so erbeutet. Eine Datenmenge von 9,7 Gigabyte war demnach im sogenannten Darknet gepostet worden, zugänglich nur mittels des anonymen Internet-Browsers Tor. Die veröffentlichten Daten enthielten Profilinformationen und Log-Ins der User. Ashley Madison ist das weltweit größte Onlineportal zum Finden eines Partners für Seitensprünge.

Nun hat Annalee Newitz von der Technologie-Seite "Gizmodo" diese Daten ausgewertet. Und ihre Erkenntnisse sind ernüchternd: So gut wie keine der Frauen in der Datenbank benutzte die Seite wirklich.

Hier fünf Zahlen, die Nutzer extrem misstrauisch machen sollten:

1. Von 37 Millionen angelegten Profilen stammten nur 5,5 Millionen von Frauen - der Rest von Männern. Das an sich sagt schon viel über die Chancen aus, über die Seite wirklich einen weiblichen Sex-Partner zu finden.

2. Bei den Männern hatten 20 Millionen wenigstens einmal ihre Mailbox kontrolliert. Bei den Frauen waren es nur 1.492. Nein, das ist kein Tippfehler - nur etwas mehr als Tausend Frauen checkten ihre Nachrichten. Das ist um so überraschender, da die Website Nutzer beim Einloggen auffordert, ihre Mails zu checken.

3. Ähnlich sieht es beim Chat-System der Seite aus: 11 Millionen-Männer hatten dies mindestens einmal benutzt - aber nur 2.409 Frauen.

4. Jetzt wird es haarig. 9000 E-Mail-Adressen von Frauen hatten die Endung ashleymadison.com. Bei den Männern oder bei Konten, bei denen kein Geschlecht angegeben war, waren es nur etwa Tausend.

5. Bei 68,709 der weiblichen Profile wies die IP-Adresse darauf hin, dass sie von einem Computer in einem Ashley-Madison-Büro aus angelegt worden waren. Bei Männern oder Konten ohne angegebenes Geschlecht waren es nur 12.000. Das ist sonderbar, da es ja insgesamt weit mehr Männer-Profile als Frauen-Profile gibt.

Beweisen diese Daten, dass die meisten weiblichen Profile bei Ashley Madison gefälscht sind? Nein, aber sie machen misstrauisch. Auch vor dem Hintergrund, dass eine Angestellte Ashley Madison verklagte, weil sie sich beim Anlegen von weiblichen Fake-Profilen eine Sehnenscheidenentzündung geholt hätte.

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