WIRTSCHAFT
25/08/2015 14:02 CEST | Aktualisiert 25/08/2015 15:14 CEST

Heidenau: Rechtsextreme versammeln sich bei Real – der Supermarkt lässt sie machen

Getty

Es sind hässliche, erschreckende Bilder: Rechtsextreme randalieren im sächsischen Heidenau, wo eine neue Unterkunft für Flüchtlinge entsteht. Sie werfen Brandsätze, reißen Barrikaden ein, verletzen Polizisten. Über den Motiven der nächtlichen Krawalle der vergangenen Tage leuchtet ein rot-blaues Logo: Real.

Eine Filiale der Supermarktkette liegt schräg gegenüber der geplanten Unterkunft an der Hauptstraße in Heidenau. Vor Ort ist zu beobachten, wie sich die rechtsextremen Demonstranten auf dem Real-Parkplatz zusammenrotten – um im Anschluss als gewalttätiger Mob den Polizeihundertschaften gegenüberzutreten.

Warum duldet Real die Krawallmacher auf seinem Gelände?

Das fragen sich auch zahlreiche Facebook-Nutzer. Twitter-Nutzer @loveheartcore veröffentlichte den Screenshot einer Konversation, in der er fragt: „Wieso wenden Sie sich nicht an die in Heidenau stationierte Polizei und bitten diese, die Neonazis, die sich aktuell wieder trotz Kontrollbereich der Polizei (…) sammeln, vom Gelände zu transportieren?“

Mehrmals haben Nutzer Real auf dessen offizieller Facebook-Seite angeschrieben. Die Handelskette antwortet stets mit dem gleichen Statement. Demnach verurteile sie „die fremdenfeindlichen Ausschreitungen aufs Schärfste“. Räumen lassen will Real seinen Parkplatz dennoch nicht, „um die Lage nicht noch zusätzlich dadurch eskalieren zu lassen“. Das geschehe in Absprache mit der Polizei. Allerdings hat Real bisher zweimal, am Samstag und am Montag, die Filiale eine Dreiviertelstunde früher geschlossen. Grund dafür waren Neonazi-Gruppen, die zusammen dort einkauften, sagte Unternehmenssprecher Markus Jablonski der Huffington Post. Diese hätten sich vermutlich mit Alkohol eingedeckt.

Nutzern in den sozialen Netzwerken geht das jedoch nicht weit genug. Sie fordern, dass Real aktiv gegen die Demonstranten Stellung bezieht: „Stellt Sammelkisten auf für die Flüchtlinge. Bringt ablaufende Waren rüber, spendet Hygieneartikel“, fordert ein anderer Nutzer auf Facebook. Real geht vorsichtig darauf ein: Man werde den Flüchtlingen, wenn die Stimmung vor Ort abgekühlt ist, „entsprechende Unterstützung zukommen lassen“.

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