POLITIK
24/08/2015 14:32 CEST | Aktualisiert 24/08/2015 15:53 CEST

Die Ukraine feiert ihren Unabhängigkeitstag und fürchtet einen russischen Einmarsch

dpa
Die Ukraine feiert seinen Unabhängigkeitstag

Die Ukraine feiert heute ihre Unabhängigkeit von Moskau aus dem Jahr 1991. 24 Jahre später hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erneut vor der Gefahr eines russischen Einmarsches gewarnt. Der Feind verfolge weiter die Idee eines direkten Angriffs auf die Ukraine, sagte Poroschenko.

Auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommen am Montagabend Frankreichs Präsident François Hollande und der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko ins Kanzleramt. Die Bundesregierung hat den Dreiergipfel zum Ukraine-Konflikt gegen Kritik aus Russland verteidigt. Denn der russische Präsident Wladimir Putin ist nicht dabei.

5 Fakten zur aktuellen Lage in der Ukraine:

1. Poroschenko kündigt weitere Stärkung des Militärs an. Auf dem Maidan marschierten bei einer Parade ohne Technik mehr als 2000 Soldaten von der ostukrainischen Kriegsfront.

2. Russland habe an der Grenze zur Ukraine mehr als 50.000 Soldaten stationiert, im Kriegsgebiet Donbass seien 40.000 Kämpfer im Einsatz, darunter 9000 aktive russische Militärangehörige, behauptete Poroschenko. Russland weist solche Vorwürfe zurück.

3. Die Aufständischen im Donbass haben eine Nachricht an Merkel. Sie forderten die Kanzlerin in einer Meldung der Agentur Interfax auf, Druck auf die ukrainische Führung auszuüben. Deutschland und Frankreich müssten sich als Vermittler dafür einsetzen, dass der im Februar in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbarte Friedensplan umgesetzt werde, sagte Separatistenführer Denis Puschilin. Der Konflikt könne nur durch friedlichen Dialog gelöst werden, betonte er.

4. Militärübungen haben massiv zugenommen Sowohl das westliche Verteidigungsbündnis Nato als auch Russland haben in den vergangenen Monaten die Zahl der Militärübungen massiv erhöht. 4000 Übungen auf russischer Seite und 162 Übungen (und damit mehr als doppelt so viele wie geplant) auf Nato-Seite haben bereits stattgefunden.

5. Die Kämpfe halten an. Der ausgehandelte Waffenstillstand wird im Osten des Landes regelmäßig gebrochen. Viele andere Vereinbarungen sind noch längst nicht umgesetzt. Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), warnte in der TV-Sendung vor Gewalt. "Man muss natürlich ehrlich sagen: Es gibt Kräfte in der Ukraine, die auf die militärische Lösung setzen. Aus europäischer Sicht ist das völlig aussichtslos und auch ein falscher Weg", sagte der Politiker.

Mit Material von dpa.


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