POLITIK
23/08/2015 08:47 CEST | Aktualisiert 23/08/2015 08:47 CEST

Innenminister de Maizière kritisiert Schweiger: "Seine Einschätzung ist schlicht falsch"

dpa

In der Flüchtlings-Frage schickt Kanzlerin Angela Merkel ihren Innenminister Thomas de Maizière vor. Er schlug vor, das Taschengeld für Asylbewerber zu kürzen, nannte die Zahl der Flüchtlinge "auf Dauer zu viel" - und legt sich nun auch mit Til Schweiger an.

Der Schauspieler ist der prominenteste Politiker-Schreck in der Flüchtlingsfrage. Im ARD-Talk "Maischberger" entlud sich Schweigers Frust zuletzt. Dort wünschte er immer wieder mehr Kante von Politikern gegen Flüchtlingsgegner. CSU-General Andreas Scheuer, der in der Runde saß, entgegnete: "Das machen wir jeden Tag." Schweiger sagte irgendwann nur noch: "Sie gehen mir auf den Sack."

Zu Schweigers Vorwürfen sagte der Innenminister nun in einem Interview mit der "Bild am Sonntag":

„Ich finde das Engagement von Herrn Schweiger gut. Seine Einschätzung hierzu ist aber schlicht falsch. Alle wichtigen Politiker von Regierung und Opposition äußern sich klar und deutlich. Wir verurteilen diese Taten, und die Behörden ermitteln gegen jeden, der ein Asylantenheim anzündet oder Flüchtlinge angreift.“

Die Worte kommen zu einer Zeit, in der im sächsischen Heidenau bei Dresden Rechtsextreme gegen eine Flüchtlingsunterkunft demonstrieren. Die zweite Nacht in Folge flogen Bierflaschen und Steine auf Polizisten, Böller explodierten.

De Maizière kündigte an, gegen solche Krawalle mit der "gesamten Härte des Rechtsstaates" vorzugehen. "Wir haben einen Anstieg von Hass, Beleidigungen und Gewalt gegen Asylbewerber. Das ist für unser Land unwürdig und unanständig", sagte der Innenminister der "BamS".

Bereits am Samstag forderte Justizmininister Heiko Maas klare Kante gegen die Täter. Er twitterte:

Und die Kanzlerin? Sie schweigt. Immer noch.


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