POLITIK
22/08/2015 21:25 CEST | Aktualisiert 23/08/2015 09:17 CEST

Eskaliert die Lage? 5 Fakten zeigen, was wirklich hinter dem Konflikt zwischen Nord- und Südkorea steckt

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Es klingt nach einer gefährlichen Eskalation. Mit einem "umfassenden Krieg" drohte Nord- heute Südkorea. Es ist die Folge eines Konflikts, der seit einigen Wochen an der Grenze schwelt und nun seinen Höhepunkt gefunden hat. Nach den Angriffsdrohungen Nordkoreas galt für Südkoreas Streitkräfte weiter die höchste Wachsamkeitsstufe, um gegen mögliche Angriffe aus Nordkorea gewappnet zu sein.

Das hört sich bedrohlich an - aber ist es das auch? Hier sind 5 Fakten über den bizarren Konflikt zwischen Nord- und Südkorea.

1. Warum es vordergründig geht

Die Spannungen hatten sich in den vergangenen Tagen zunehmend verschärft. Nordkorea hatte am Freitag die Grenztruppen in höchste Gefechtsbereitschaft versetzt und mit einem Angriff auf südkoreanische Stellungen gedroht. Die Drohung erfolgte nach einem Schusswechsel zwischen Artillerieeinheiten beider Länder am Donnerstag an der Grenze. Seoul gibt dem Regime in Pjöngjang die Schuld dafür, was dieses wiederum bestreitet.

Nordkorea fühlt sich von den Propagandasendungen gestört, die Südkorea nach der Verletzung von südkoreanischen Soldaten durch mutmaßlich nordkoreanische Landmine auf eigenem Gebiet wieder aufgenommen hatte. Das Regime fürchtet, dass seine Grenzsoldaten dadurch moralisch geschwächt werden könnten - und möglicherweise überlaufen.

2. Nordkorea setzt scharfe Rhetorik ein

In einer Verschärfung seines Tons drohte Nordkorea mit einem neuen Krieg. Die Armee und die Bevölkerung seien nicht nur bereit zur Vergeltung, sondern "schließen unter Einsatz ihres Lebens einen umfassenden Krieg nicht aus", hieß es in einer am Samstag von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang.

3. Worum es eigentlich geht

Nordkorea fühlt sich auch durch ein mehrtägiges südkoreanisch-amerikanisches Militärmanöver herausgefordert. Pjöngjang bezeichnete das Manöver als Vorbereitung einer US-Invasion des Nordens. Die USA und Südkorea beharrten auf dem angeblich defensiven Charakter der Manöver.

Die Übung, die am Mittwoch ausgesetzt worden war, wurde am Freitag nach US-Angaben wieder aufgenommen. Die Unterbrechung habe dazu dienen sollen, sich mit Südkorea abzustimmen. Am Samstag simulierten acht südkoreanische und amerikanische Kampfflugzeuge bei einer Übung die Bombardierung von feindlichen Stellungen.

4. Will eigentlich einer der Staaten Krieg?

Es ist nicht das erste Mal, das die beiden aneinandergeraten. Nord- und Südkorea gerieten zuletzt 2010 ähnlich heftig in einen Konflikt. Damals versenkte Nordkorea ein Schiff des Südens und schoss auf eine Insel des Nachbarlandes. Vier Menschen kamen dabei ums Leben. Das ist ein weitaus ernsterer Zwischenfall als wir ihn jetzt erlebt haben.

In einem Krieg endete der Konflikt am Ende nicht. Das deutet darauf hin, dass keine Seite an einem Krieg interessiert ist. Nordkorea weiß, dass es einer Invasion nicht stand halten könnte - die USA würden dem Süden im Zweifel beistehen. Und für Südkorea will eine Eskalation mit aller Kraft vermeiden, setzt auf Diplomatie und Wirtschaftskooperationen.

5. Die Schusswechsel an der Grenze gehören zum Spiel

Nordkoreas Propaganda konzentriert sich im Wesentlichen auf die Stärke seines Militärs. Immer wieder redet das Regime seinem Volk ein, dass es unbesiegbar ist - und das Land im Zweifel kompromisslos verteidigt. Die Drohungen sind eine Demonstration der Stärke an das eigene Volk- und gehören für Südkorea auch zum Kalkül. Eskalationen haben bislang immer zu einer diplomatischen Annäherung geführt - nach dem Motto: Bevor geredet wird, wird erstmal das Magazin leer geschossen.

So auch in der jüngsten Eskalation. Spitzenvertreter beider koreanischen Nationen haben sich an der Grenze zu Verhandlungen getroffen. Das sind die ersten Unterredungen solcher Art seit einem Jahr. Ein Ergebnis ist zwar noch nicht bekannt - aber das Treffen weckt Hoffungen auf eine nachhaltige Verbesserung.

mit Material von dpa

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