POLITIK
21/08/2015 20:49 CEST

7 Fakten: So viel kostet es, einen Asylbewerber zu versorgen

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Flüchtlingshilfe kostet die Länder bis zu 10 Milliarden Euro

800.000 Asylbewerber werden dieses Jahr in Deutschland erwartet - fast viermal so viele wie 2014. Bislang hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit rund 450.000 Asylanträgen gerechnet. Das bedeutet: Auch die Kosten steigen massiv.

Doch was kostet die Flüchtlingshilfe? Hier sind 7 Fakten zu den Ausgaben:

1. Auf die Länder und Kommunen kommt eine Belastung zwischen 8 und 10 Milliarden Euro pro Jahr zu.Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" beruft sich bei dieser Hochrechnung auf die Schätzung von Kommunen, die mit 12.000 bis 13.000 Euro pro Flüchtling und Jahr kalkulieren. Der deutsche Landkreistag geht von 10.000 Euro pro Asylbewerber aus.

2. Davon übernimmt der Bund nach bisherigem Stand eine Milliarde. Länder und Kommunen fordern allerdings eine viel höhere Beteiligung des Bundes. „Der Bund muss jetzt sehr schnell sagen, wie er sich dauerhaft und strukturell an den Kosten für die Betreuung der Flüchtlinge beteiligen wird“, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft "Spiegel Online". Berlins Sozialsenator Mario Czaja forderte den Bund hingegen auf, selbst Erstaufnahmeeinrichtungen zu betreiben.

3. Vor allem in Großstädten nehmen die Ausgaben für Flüchtlinge zu. Wie "Welt" berichtet, steigen in Dresden die Kosten von 15,6 Millionen Euro im Jahr 2014 auf voraussichtlich 47 Millionen Euro in diesem Jahr. Ein extremes Beispiel. Rund ein Drittel sei nach Angaben der Stadt für den Neubau von Unterkünften vorgesehen. Die Kosten nehmen damit um 203 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu.

4. Den Großteil der Kosten übernehmen die Länder.Wie viel, ist allerdings von Land zu Land verschieden. Wie "Welt" berichtet, kritisiere etwa Dresden, dass eine vollständige Kostenerstattung für Asylbewerber zwar per Landesgesetz vorgeschrieben sei, diese in der Praxis aber nicht umgesetzt werde. In Bayern dagegen bekommen die Kommunen die Kosten fast vollständig erstattet, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. In Baden-Württemberg liegt die Pauschale, die die Landkreise erstattet bekommen, derzeit bei 13.260 Euro je Asylbeweber. Etwa 12.000 Euro betrage die Pauschale in Berlin, in Bremen hingegen 12.500 Euro. Dieses Geld reiche nur für 20 bis 80 Prozent der gesamten Ausgaben, wie die Bürgermeister der Städte bemängeln.

5. Wie viel Geld steht Flüchtlingen zu? Alleinstehende erhalten 143 Euro im Monat. Erwachsene, die als Partner einen Haushalt teilen, bekommen je 129 Euro. Wer sonst noch im Haushalt lebt, bekommt 113 Euro. Und für Kinder stehen den Familien je nach Alter zwischen 85 und 92 Euro zu. Die Dinge des täglichen Bedarfs, wie Essen oder Möbel werden in der Regel in den Erstaufnahmeeinrichtungen zur Verfügung gestellt.

6. Besonders viel kostet die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen, die ohne Eltern nach Deutschland kommen. Nach der Faustformel der bayerischen Behörden kostet die Unterbringung und Versorgung eines erwachsenen Asylbewerbers etwa 1300 Euro im Monat. Kinder und Jugendliche werden nach Jugendhilferecht betreut, was monatlich mit etwa 4000 Euro zu Buche schlägt. Bislang werden sie in dem Bundesland untergebracht, in dem sie ankommen.

7. Woher soll das Geld kommen? Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold forderte eine Erhöhung der Erbschaftssteuer, um die Kosten für die Flüchtlingshilfe zu decken. Den Solidaritätszuschlag will sie ebenfalls nutzen, um die Asylkosten zu begleichen.

Mit Material von dpa.


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