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20/08/2015 07:49 CEST | Aktualisiert 20/08/2015 08:06 CEST

Flüchtlings-Krawalle in Suhl: Diese 6 Fakten müsst ihr kennen

DPA
Die Flüchtlingsunterkunft in Suhl

In einem Flüchtlingsheim in Thüringen ist es zu einem Streit unter Bewohnern gekommen. Auch herbeigerufene Polizisten wurden attackiert. 13 Menschen wurden verletzt. In der Anlage kam es regelmäßig zu Gewalt unter den Bewohnern - Grund war die Überbelegung des Gebäudes.

Fünf Fakten, die ihr über die Krawalle wissen müsst:

1. Es ging um den Koran

Wie ein Sprecher der Polizei in Erfurt sagte, löste ein Bewohner der Einrichtung die Gewalt aus, der einige Seiten aus einem Koran herausgerissen haben soll. Daraufhin seien zunächst 20 andere Bewohner der Erstaufnahmestelle auf den Mann losgegangen. Später beteiligten sich etwa 50 Flüchtlinge an dem Streit. Der verfolgte Mann habe sich dann in die Hauswache der zivilen Wachschützer vor Ort gerettet, die aufgebrachte Menge habe aber versucht, dort einzudringen.

2. Die Polizei schritt ein, um den Mann zu schützen

Nach den Ausschreitungen in einer Suhler Flüchtlingsunterkunft hat die Polizei einen Mann in Schutzgewahrsam genommen. Die Polizei versuchte, die streitenden Parteien zu trennen. Die Lage eskalierte allerdings. Polizisten seien von den Flüchtlingen attackiert und mit Steinen sowie Stangen beworfen worden, wie ein Polizeisprecher sagte.

3. Es gab Verletzte und Sachschäden

Bei der Auseinandersetzung wurden drei Beamte und mindestens zehn Heimbewohner verletzt. Zudem wurden sechs Polizeiautos beschädigt. Erst nach vier Stunden hatte sich die Lage wieder beruhigt.

4. Berichte, wonach Flüchtlinge in Gruppen durch Stadt ziehen würden, waren erfunden

Berichte, dass Flüchtlinge in die Suhler Innenstadt ziehen würden, seien eine Fehlinformation gewesen, teilte die Polizei mit. Unbekannte hätten in der Nacht zum Donnerstag bei der Suhler Polizei angerufen und dies behauptet.

5. Das Flüchtlingsheim stand schon lange wegen Überbelegung in der Kritik

Das Flüchtlingsheim stand bereits häufiger in der Kritik: Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel (parteilos) hatte Anfang August mit der Schließung der Unterkunft wegen Baumängeln gedroht. Nachdem diese beseitigt worden waren, war die Schließung vom Tisch. Thema war aber auch immer wieder die massive Überbelegung im Heim. Die Unterkunft, die für maximal 1200 Menschen ausgelegt ist, sei mit aktuell etwa 1800 Flüchtlingen massiv überbelegt, kritisierte Martin Arnold vom Flüchtlingsrat. Die Überbelegung ist regelmäßig Grund für Streit. Der Flüchtlingsrat forderte in diesem Zusammenhang von der Landesregierung eine weitere Erstaufnahmestelle.

6. Es gab schon öfter Schlägereien in Suhl

Anfang August kam es nach einem Fußballspiel zu einer Schlägerei: 80 Menschen schlugen aufeinander ein. Nur wenige Tage später kam es zu neuen Krawallen. Wegen Platzmangels sollten die Flüchtlinge damals auf dem Gang schlafen - Streit um Betten führte schließlich zu einer Keilerei.

Mit Material der DPA

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