POLITIK
20/08/2015 06:41 CEST | Aktualisiert 20/08/2015 11:51 CEST

Cameron schickt Polizisten nach Calais: Diese 4 neuen Maßnahmen sollen Flüchtlinge fernhalten

Getty

Calais ist seit Jahren eine Durchgangsstation für Migranten, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. In den letzten Monaten hat sich die Lage in der französischen Hafenstadt massiv verschärft. Mehrere tausend Flüchtlinge campieren dort derzeit.

Frankreich und Großbritannien setzen immer härtere Mittel ein, um die Menschen daran zu hindern, durch den Eurotunnel zu flüchten.

Diese vier neuen Maßnahmen haben die Regierungen beschlossen:

1. Großbritannien und Frankreich wollen enger zusammenarbeiten. Am Donnerstag unterzeichnen die Innenminister Bernard Cazeneuve und Theresa May in Calais eine Vereinbarung, in der genau festgelegt ist, wie die aussehen wird.

2. Beide Länder richten ein gemeinsames Einsatzzentrum ein. Die Kommandozentrale soll von zwei gleichberechtigten französischen und britischen Polizisten geleitet werden. Beide Beamte sollen direkt ihren jeweiligen Innenministern unterstellt werden.

3. London schickt britische Polizisten über die Grenze. Zur Verstärkung des Einsatzzentrums stellt der britische Premierminister David Cameron Beamte zur Verfügung. Wie viele von ihnen auf dem europäischen Festland Dienst tun werden, ist noch nicht bekannt.

4. Die Sicherheitsmaßnahmen sollen noch weiter verschärft werden. Zusätzliche Überwachungskameras, Scheinwerfer und Ortungsgeräte sollen verhindern, dass Flüchtlinge auf Lastwagen und Züge springen, die unter dem Ärmelkanal nach England fahren.

Und das müsst ihr sonst noch wissen:

  • Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf diverse groß angelegte Fluchtversuche im Juli, bei denen in mehreren Nächten in Folge Tausende Flüchtlinge versuchten, den Tunnel zu stürmen. Die Fluchtversuche und die Sicherheitsvorkehrungen behindern den Verkehr im Eurotunnel.
  • Seitdem beide Länder neue Zäune errichtet haben, ist die Zahl der Fluchtversuche zurückgegangen. Trotzdem campieren noch immer mehr als tausend Menschen in Calais. Sie wollen die Hoffnung nicht aufgeben - oder wissen einfach nicht, wo sie sonst hingehen sollen.
  • Die Zustände in dem Lager sind miserabel. Hilfsorganisationen erwarten, dass bis Monatsende bis zu 4000 Menschen in dem "Neuen Dschungel" leben werden.
  • Calais fordert angesichts der angespannten Lage in der Stadt eine Entschädigung in Millionenhöhe von London und Paris. Damit sollten wirtschaftliche Nachteile für die nordfranzösische Hafenstadt ausgeglichen werden, sagte Bürgermeisterin Natacha Bouchart am Mittwoch dem Sender BFMTV. Bouchart drohte mit einer Klage, falls die Regierungen nicht auf ihre Forderung eingehen.

mit Material von dpa


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