POLITIK
20/08/2015 16:33 CEST | Aktualisiert 20/08/2015 18:26 CEST

Unschuldig: 4 Gründe, warum die Polizei in Bangkok jetzt dumm dasteht

Thai Police

Nach dem tödlichen Bombenanschlag in Bangkok hat sich einer der Verdächtigen der Polizei gestellt. Jetzt allerdings wird es erst richtig schwierig für die Polizei.

1. Der Mann ist wohl ein harmloser Fremdenführer

Der Thailänder habe glaubhaft versichert, Fremdenführer zu sein, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri am Donnerstag. Er wurde freigelassen.

2. Der zweite Verdächtige ist jetzt auch unverdächtig

Ein zweiter Verdächtiger sei ebenfalls aus der Fahndung genommen worden. Es handele sich um einen chinesischen Touristen, der schon abgereist ist.

Die beiden Männer waren auf dem Video einer Überwachungskamera am Tatort zu sehen. Es sah so aus, als versuchten sie, den Hauptverdächtigen vor den Blicken anderer abzuschirmen, als er den Rucksack an einer Sitzbank abstellte. Auf demselben Video ist auch eine Frau zu sehen, die sich nach Polizeieinschätzung auffällig benahm. Auch sie sah so aus, als versuche sie, den Mann vor Blicken Umstehender abzuschirmen.

3. Der Hauptverdächtige ist trotz öffentlicher Fahndung noch immer nicht gefunden

Von dem Hauptverdächtigen, einem Mann, der kurz vor der Explosion am Tatort einen Rucksack deponierte, fehlt noch jede Spur. Die Polizei vermutet, dass in dem Rucksack die Bombe war. Er habe sich womöglich ins Ausland abgesetzt, meinte der Polizeisprecher.

Von dem Mann mit dem Rucksack hatte die Polizei ein Fahndungsfoto veröffentlicht. Es war auf Grundlage der Videoaufnahmen am Computer hergestellt worden. Die Gesichtszüge sind aber so allgemein gehalten, dass zahlreiche Thailänder darauf Ähnlichkeiten mit Bekannten sahen.

Der Mann mit dem Rucksack war mit einem Tuk-Tuk, einem dreirädrigen Mopedgefährt, zum Tatort gefahren, wie ein neues Video zeigt. Der Fahrer meldete sich am Donnerstag bei der Polizei. Was er über seinen Fahrgast berichtete, blieb zunächst offen. Der Fahrer, der den Verdächtigen auf einem Moped vom Tatort fortgefahren hatte, sagte Reportern, er habe in einer fremden Sprache Handy-Gespräche geführt.

4. Jetzt gibt es auf einmal viele andere Verdächtige

Die Ermittler gehen inzwischen von mindestens zehn Tätern aus, sehen aber keine Verbindungen zu internationalen Terrorgruppen, wie der Polizeichef nach Beratungen mit verbündeten Geheimdiensten mitteilte. Der Anschlag müsse mindestens einen Monat lang vorbereitet worden sein. Wer dahinter stecken könnte, liegt weiterhin im Dunkeln. Einem Gerücht trat die Polizei aber entgegen: "Wir kommen zu dem Schluss, dass der Anschlag nicht auf Chinesen zielte", sagte eine Polizeisprecherin. Diese Theorie kursierte, weil Thailand im Juli mehr als 100 illegal eingereiste, in ihrem Heimatland China verfolgte muslimische Uiguren zurück in die Volksrepublik abgeschoben hatte.


Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Bombe vor religiösem Schrein: Schwere Explosion erschüttert Bangkok

Hier geht es zurück zur Startseite

Gesponsert von Knappschaft