WIRTSCHAFT

IW-Studie: 6 Zahlen zeigen, dass Deutschland auf einen unfassbaren Wohnungsmangel zusteuert

19/08/2015 10:31 CEST | Aktualisiert 19/08/2015 10:39 CEST

Deutschlands Metropolen steuern auf eine dramatische Wohnungsnot zu, während ländliche Regionen veröden. Das ist das alarmierende Ergebnis einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW), die an diesem Mittwoch vorgestellt wird und der Huffington Post vorab vorliegt.

"Besonders angespannt sind die Wohnungsmärkte in Berlin, München und Hamburg sowie in einigen Universitätsstädten", sagte Immobilien-Experte und Studienautor Ralph Henger der Huffington Post. Aber es gibt noch mehr Probleme.

Diese 6 Zahlen zeigen, dass Deutschland auf einen unfassbaren Wohnungsmangel zusteuert.

1. Run auf die Städte

"Vor allem in Metropolen verschärft sich die Situation", sagt Immobilen-Experte Henger. Besonders bemerkbar macht sich die Wohnungsnot etwa für Studenten, die derzeit eine Wohnung für das beginnende Semester suchen. Der Grund: Es zieht immer mehr Menschen in Großstädte. Alleine in Berlin und München werden laut IW Köln in den nächsten zehn Jahren jeweils über 100.000 Menschen zuziehen. Eine Ursache: Die Zuwanderung. 900.000 Menschen werden 2014 und 2015 netto kommen.

2. Es wird zu wenig gebaut

Der Zuzug führt dazu, dass Bauland knapp wird. Rund 245.000 Wohnungen entstanden im vergangenen Jahr in Deutschland. Das sind immerhin weitaus mehr als noch 2013 - doch nicht genug. Der Bedarf liegt laut IW Köln weitaus höher, nämlich bei 266.000 Wohnung pro Jahr - und zwar bis 2020.

3. Zu wenig gebaut wird vor allem in Städten

Nu 66.000 Wohnung wurden 2014 in Großstädten gebaut. Der Bedarf lag allerdings 50 Prozent höher, nämlich bei 102.000 Wohnung, schätzt das IW Köln. Das bedeutet auch: Es werden nur zwei Drittel der Wohnungen gebaut, die eigentlich nötig wären.

4. Dramatisch ist die Lage in Berlin ...

In Berlin wurden 2014 fast 9000 neue Wohnungen gebaut - so viel wie in keiner anderen deutschen Stadt sonst. Das sind aber fast 11.000 Wohnung zu wenig.

5. ... sowie München ...

In München beträgt die jährliche Lücke 6800 Wohnungen.

6. ... und Hamburg

In der Hansestadt fehlen 3500 Wohnungen.

Als Lösung schlagen die IW-Experten zwei Wege vor. „Beliebte Städte müssen die Auflagen etwa für die Gebäudehöhe lockern“, fordert IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer. Zugleich sollten sie noch stärker versuchen, brach liegende Flächen für den Wohnungsbau zu aktivieren.

Eine Karte zeigt, wo der jährliche Bedarf und die Bautätigkeiten besonders weit auseinanderklaffen.


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