POLITIK
20/08/2015 05:49 CEST | Aktualisiert 20/08/2015 05:54 CEST

3 Gründe, warum uns Merkels Besuch in Brasilien nicht egal sein kann

AP
Angela Merkel bei ihrem Besuch in Brasilia

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) reiste mit viel Begleitung nach Brasilia. Begleitet von sechs Ministern und mehreren Staatssekretären kam sie in der Hauptstadt Brasiliens an, wo heute die ersten deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen auf dem Programm stehen werden.

Für Merkel ist Brasilien Schlüsselland für ganz Lateinamerika. Es geht ihr um den Kampf um mehr Klimaschutz und die Bewältigung politischer Krisen. Mit Merkel sind die Minister Frank-Walter Steinmeier (Außen/SPD), Hermann Gröhe (Gesundheit/CDU), Barbara Hendricks (Umwelt/SPD), Christian Schmidt (Landwirtschaft/CSU), Alexander Dobrindt (Verkehr/CSU) und Gerd Müller (Entwicklung/CSU) in Brasilia.

1. Es geht um den tropischen Regenwald - und der sorgt für unsere Luft zum Atmen

Bei dem Treffen soll es Neuzusagen des Entwicklungsministeriums für Klimaschutz und zum Schutz des Tropenwaldes in Höhe von rund 551 Millionen Euro geben, davon 525 Millionen als Kreditzusagen. Der Löwenanteil von gut 428 Millionen Euro ist für den Bereich erneuerbare Energien gedacht, 123 Millionen Euro sollten dem Tropenwald zu Gute kommen.

Die Umweltstiftung WWF forderte ein klares Signal, dass die Regierung Rousseff keine Schutzzonen aufweicht. Es gebe große Sorgen wegen Gesetzesinitiativen, die das Aufbrechen von Waldschutzzonen und geschützter Territorien der indigenen Bevölkerung für Bergbau und Agrarproduktion zum erklärten Ziel haben, sagte der politische Leiter des WWF in Deutschland, Alois Vedder, der Deutschen Presse-Agentur.

2. Es geht um die deutschen Autobauer - und die haben gerade große Sorgen

Zahlreiche deutsche Autobauer haben Werke in Brasilien - sie mussten ihre Produktion deutlich drosseln und ließen sie in einzelnen Werken sogar zeitweise ruhen. Am Mittwoch verkündete die Zentralbank pünktlich zum Besuch Merkels, dass es eine Finanzspritze von 3,1 Milliarden Reales (805 Millionen Euro) für den Automobilsektor bis Ende des Jahres geben soll. Deutsche Unternehmen beschäftigen rund 250.000 Menschen in Brasilien.

3. Es geht um deutsche Exporte nach Brasilien - und die leiden gerade

Sorgen bereitet deutschen Unternehmen vor allem der Einbruch beim Konsum - der Autoabsatz in Brasilien sank im zweiten Quartal um 20,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die deutschen Exporte in das fünftgrößte Land der Welt lagen 2014 bei 11,8 Milliarden Euro, die Importe aus Brasilien (unter anderem Eisenerz, Soja, Kaffee, Öl) gingen um sieben Prozent auf rund 6,6 Milliarden Euro zurück. Das Land liegt auf Platz 23 der wichtigsten Handelspartner.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

So viele Jobs nehmen Flüchtlinge den Deutschen weg

Hier geht es zurück zur Startseite

Gesponsert von Knappschaft