POLITIK
18/08/2015 09:56 CEST | Aktualisiert 20/08/2015 14:51 CEST

Nach Doppelanschlag von Bangkok: 7 Fakten zum Terror von Thailand

Thailand steht unter Schock: Die Hauptstadt Bangkok ist von zwei Anschlägen erschüttert worden. Nach dem verheerenden Bombenanschlag vom gestrigen Montag ereignete sich heute ein zweiter Angriff: Heute schlug eine Granate nahe einer belebten Brücke im Zentrum der Stadt ein.

1. Was passierte beim Bombenanschlag?

Bei einen Bombenanschlag an einer belebten Kreuzung im Zentrum waren gestern 20 Menschen gestorben, 125 wurden verletzt. Auf einer Überwachungskamera war am Montag an einer belebten Kreuzung ein riesiger Feuerball zu sehen, danach rannten Passanten in verschiedene Richtungen davon.

2. Wo explodierte die Bombe?

Der Ort des Geschehens ist bei Einheimischen wie Touristen beliebt. Es handelt sich um eine große Kreuzung im Ratchaprasong-Bezirk. Im Viertel liegen Einkaufszentren, Hotels und Restaurants. Auf einer Ecke steht der berühmte und bei Touristen beliebte Eriwan-Schrein. Thailänder beten dort, Touristen kommen, weil bis spät in den Abend dort mehrmals pro Stunde Tänzerinnen in prunkvollen Kostümen auftreten. Die Täter wollten also gezielt Touristen töten oder verletzen.

3. Was passierte beim Granatenangriff?

Laut einem Bericht der "Bangkok Post" ist auf einer belebten Brücke eine Granate eingeschlagen. Offenbar wollte der noch unbekannte Täter den zentralen Taksim Pier treffen. Von dort legen mehrere Fähren für Touristen ab, die sich über den Fluss Chao Phraya bringen lassen wollen. Die Granate verfehlte ihr Ziel und fiel stattdessen in den Fluss Chao Phraya. Menschen sollen nicht verletzt worden sein.

4. Sind unter den Opfern auch ausländische Touristen?

Nach ersten Angaben waren unter den Opfern Angehörige verschiedener Nationalitäten, näheres konnten die Ermittler gestern noch nicht mitteilen. Heute wurde bekannt, dass drei Chinesen und auch eine Britin unter den Todesopfern sind.

5. Wer ist für die Taten verantwortlich?

Bisher hat sich noch niemand zu dem Doppelanschlag bekannt. Spekulationen reichen von muslimischen Separatisten aus dem Süden des Landes über Kritiker der Militärregierung bis zu den in China verfolgten Uiguren, von denen Thailand vor kurzem mehr als 100 in ihre Heimat abgeschoben hat.

"Es wird immer klarer, wer die Bombenleger sind, aber ich kann das jetzt noch nicht öffentlich machen", sagte Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan. Der Minister erklärte außerdem, dass die Täter "den Tourismus, die Wirtschaft und unser Land zerstören" wollen. Mittlerweile hat die Thailändische Polizei ein erstes Foto von einem der mutmaßlichen Täter veröffentlicht.

6. Wie ist die aktuelle politische Situation im Land?

Die Thailändische Gesellschaft ist seit Jahren tief gespalten. Alten Eliten und wohlhabenden Stadtbewohnern stehen Bauern aus nördlichen Landesteilen sowie der armen Stadtbevölkerung gegenüber. Nachdem die beiden politischen Lager jahrelang um die Macht gekämpft hatten, regiert seit Mai 2014 eine Militärregierung unter Prayuth Chan-ocha, dem Oberbefehlshaber der thailändischen Armee. Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu gewaltsamen Demonstrationen und Zusammenstößeh der politischen Lager, Touristen sind dabei aber nicht zu Schaden gekommen.

Im Februar explodierten zwei Bomben vor einem Einkaufszentrum in der Hauptstadt. Auf der Ferieninsel Koh Samui gab es im April einen Autobombenanschlag. Bis heute hat sich niemand zu den Taten bekannt. Im Süden des größtenteils buddhistischen Landes kämpfen seit Jahren muslimische Separatisten um mehr Autonomie. Die Unruheregionen sind jedoch etwa tausend Kilometer von Bangkok entfernt.

7. Was sollen Thailand-Touristen jetzt beachten?

Das Auswärtige Amt aktualisierte seine Reise- und Sicherheitshinweise. "Reisenden wird empfohlen, besonders vorsichtig zu sein", hieß es darin. Demonstrationen und Menschenansammlungen sollten gemieden werden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Anschläge: "Es kann keine Rechtfertigung für diese Gewalt geben", sagte er.

Mit Material von dpa


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