WIRTSCHAFT
17/08/2015 13:22 CEST | Aktualisiert 17/08/2015 14:02 CEST

Nach den Skandal-Berichten: Amazons absurde Reaktion

Getty
So reagiert Jeff Bezos auf die Kritik an Amazon

Amazon steht derzeit massiv in der Kritik.Die "New York Times" berichtete über die angeblich unzumutbaren Zustände in dem Unternehmen. Demnach müssen Mitarbeiter mitten in der Nacht E-Mails beantworten und wer keine Leistung bringt, werde gefeuert.

Amazon hat nun auf die negativen Berichte reagiert - die Pressestelle kontaktierte auch die Huffington Post.

Amazon verbreitet nun eine E-Mail, die Chef Jeff Bezos an seine Mitarbeiter gesendet hat und die der Huffington Post vorliegt. "Der Artikel beschreibt nicht das Amazon, das ich kenne oder die fürsorglichen Amazonianer, mit denen ich tagtäglich zusammen arbeite", kommentiert er den Artikel der "New York Times". Falls aber doch jemand einen solchen Fall kenne, könne er sich jederzeit per E-Mail direkt an ihn wenden.

Ob sich das jemand trauen wird? Unklar.

Die "NYT" berichtete, dass weinende Mitarbeiter an der Tagesordnung seien. „Fast jeden, mit dem ich gearbeitet habe, sah ich im Büro weinen“, sagt ein Mitarbeiter der "NYT".

Amazon stelle nur die besten Leuten ein, schreibt Bezos. Wenn das Unternehmen tatsächlich dieser düstere Ort wäre, gäbe es den Versandhändler längst nicht mehr, argumentiert er. Denn wem es nicht gefalle, könne schließlich jederzeit gehen, stellt der Amazon-Boss klar.

Eine elegante Reaktion auf die Kritik sieht anders aus. Ein Dementi erst recht.

Ein ehemaliger Personalchef hingegen sagte der „NYT“, Amazon betreibe Darwinismus. Jährlich würden Mitarbeiter gezielt nach ihrer Leistung gefiltert. Wer vorübergehend wegen einer Erkrankung weniger so gut arbeiten könne, habe einfach Pech gehabt.

Zurückweisung der Vorwürfe von Amazon? Fehlt.

Auch Amazon-Mitarbeiter haben sich jetzt zu Wort gemeldet. Viele verteidigen ihre Firma.In dem sozialen Netzwerk LinkedIn schreibt der Amazon-Manager Nick Ciubotariu dass Amazon früher durchaus mal so gewesen sei, wie in dem Artikel beschrieben. Doch heutzutage würden neue Mitarbeiter mit einem gesunden, kostenlosen Frühstück begrüßt, und weinend hätte er auch noch nie einen Kollegen gesehen. Bezos weist in seiner Rundmail ausdrücklich auf diesen Beitrag hin.

Andere Amazon-Mitarbeiter loben Ciubotarius Text. Was die "NYT" berichtet, sei eine Lüge, sind sie sich einig.

Frühstück hin oder her: Überzeugend sind diese Reaktion nicht. So sehr Amazon die E-Commerce-Welt mit seinen innovativen Ideen zum Besseren gewandelt hat - so groß scheinen in dem Unternehmen doch die Probleme im Umgang mit den Mitarbeitern zu sein.

Es wäre ein Leichtes gewesen, die Vorwürfe zu dementieren und zu entkräften, wenn sie haltlos wären. Aber das sind sie offenbar nicht.


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