POLITIK
15/08/2015 15:31 CEST

Sicherheitsmaßnahme: Supermarkt in Hessen lässt nur zwei Flüchtlinge auf einmal rein

In einem Edeka-Markt im hessischen Calden dürfen nur noch zwei Flüchtlinge gleichzeitig einkaufen.Wie die "Hessische Niedersächsische Allgemeine“ (HNA) berichtet, hat der Inhaber des Lebensmittelmarktes Sicherheitspersonal engagiert.

Der Inhaber Ewald Eckert sagte der Zeitung, "Scharen“ von Flüchtlingen hätten seinen Laden besucht und Verpackungen aufgerissen. Die Rede war auch von Kindern, die sich daneben benommen hätten und unangenehmen Situationen für die anderen Kunden. Wolfgang Jungnitsch, Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen, bestätigte dem "Tagesspiegel", der Inhaber habe einen Security-Dienst engagiert, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Anzeigen seien bei der Polizei zwar bisher keine eingegangen. "Wenn er die Kosten für das Sicherheitspersonal auf sich nimmt, muss es wohl zu Vorfällen gekommen sein“, sagte der Polizeisprecher dem Nachrichtenportal. Der Supermarkt sei sehr klein und wenn sich dort plötzlich anstatt acht 15 bis 30 Kunden befänden, verlören die Angestellten den Überblick.

Eckert selbst betont, er wolle mit der Sicherheitsmaßnahme niemanden diskriminieren. "Wenn meine Mitarbeiterinnen Angst haben, weil die Flüchtlinge hinter den Kassenbereich gehen, sich nichts sagen lassen und respektlos äußern: Soll ich die Hände in den Schoß legen?“, sagte er der Onlineplattform "Lokalo24.de". "Es ist unsere Verpflichtung, Menschen in Not zu helfen", räumte Eckert ein. Aber sie müssten sich auch an die Spielregeln halten.

Die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" schickte zwei Testkäufer türkischer Abstammung nach Calden in den Edeka-Markt, um herauszufinden, wie das Sicherheitspersonal mit ihnen umgeht. Sie konnten völlig unbehelligt ihre Einkäufe erledigen und den Laden wieder verlassen, ohne dass sie auch nur skeptisch angesehen worden seien, berichtet die Zeitung.


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