WIRTSCHAFT
13/08/2015 17:16 CEST | Aktualisiert 14/08/2015 11:34 CEST

Ein Winzer druckte Stinkefinger auf seine Flaschen. Er setzt damit ein wichtiges Zeichen

Arne Dedert/dpa

Fred Strieth hat genug gesehen und gehört. Ihn ekelt der Hass gegenüber Flüchtlingen und den Islam nur noch an. Doch der hessische Winzer hat sich etwas einfallen lassen, wie er dagegen vorgehen kann. Wie er Flagge zeigen kann.

Er hat einfach die Etiketten seiner Weinflaschen ausgetauscht. Statt Weinname und Jahrgang zieren 760 seiner Flaschen jetzt ein Stinkefinger-Motiv. Darunter steht „Fuck off Intolerance.“ Eine Marketing-Idee, ganz klar - aber eine, deren Botschaft wichtig ist.

Den Entschluss für das Motiv hat Strieth während der ersten Pegida-Demos gefasst. „Wenn im Mittelmeer Flüchtlinge ertrinken, finden das dann auch noch viele gut und meinen, die Flüchtlinge seien selbst schuld, wenn sie hier her kämen“, ärgerte sich Strieth im Gespräch mit der „Hessenschau“.

150 Flaschen mit dem neuen Mittelfinger-Etikett hat er bereits verkauft. Es komme bei den allermeisten Kunden gut an, bei Winzer-Kollegen eher mäßig. "Einige verstehen die Botschaft nicht - oder wollen sie nicht verstehen", sagte Strieth der Huffington Post. "Die beschweren sich, dass ich nicht tolerant bin gegenüber Leuten, die anders denken als ich. Aber darum geht es es ja gar nicht. Es geht darum, dass bestimmte Leute noch nicht einmal bereit sind zuzuhören. Und genau an diese Leute richtet sich der Mittelfinger."

Mit einem Teil des Erlöses will Strieth nach eigenen Angaben ehrenamtliche Projekte in seiner Heimatregion unterstützen.


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