WIRTSCHAFT
13/08/2015 10:44 CEST | Aktualisiert 14/08/2015 17:49 CEST

Neue Studie: Das brauchen Familien wirklich

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Familienministerin Manuela Schwesig sieht die Kinderbetreuung auf "einem guten Weg". Das muss sie von Amts wegen sagen, es ist immerhin ihr Weg, der da gegangen wird. Doch der ist noch weit von dem entfernt, was nötig wäre.

Denn: Das Betreuungsangebot für unter Dreijährige ist in Deutschland immer noch miserabel. Nur zugeben will das die Bundesregierung nicht. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo). Darüber berichtet die "Welt".

In der Studie raten die Forscher der Bundesregierung: "Was Familien offenbar wirklich brauchen, ist eine gute funktionierende Infrastruktur und nicht unbedingt weitere Geldleistungen vom Staat.“ Heißt im Klartext: Mehr Kitas statt mehr Kindergeld. Mehr Geburten und eine bessere Vereinbarkeit von Job und Familie lasse sich so weitaus besser erreichen.

Die Forscher rechnen vor: Es würde etwa 400 Millionen Euro kosten, die Familienleistungen um ein Prozent anzuheben. Geld, mit dem laut der ifo-Studie auch 58.823 zusätzliche Betreuungsplätze in öffentlichen Kitas geschaffen werden könnten.

Das hätte einen weitaus höheren Effekt auf die Geburtenrate. Erfahrungswerte würden zeigen, dass mehr Transferleistungen die Geburtenrate um lediglich 0,16 Prozent anheben würden. Mehr Kitas hingegen würden für ein Plus von 0,82 Prozent sorgen. „Der Effekt zusätzlicher Betreuungsplätze auf die Geburtenrate ist fünfmal höher, als wenn die Summe für zusätzliches Kindergeld ausgegeben würde“, schreiben die Forscher.

Die Investition hätte aber auch noch eine andere Folge. Kinderbetreuung sorge dafür, dass Frauen häufiger berufstätig sind – während ein höheres Kindergeld gerade bei Geringverdienern häufig zur Folge hat, dass die Eltern weniger arbeiten. „Die höhere Erwerbstätigkeit der Mütter schafft für den Staat zusätzliche Einnahmen über Steuern und Sozialabgaben“, sagte Ökonom Rainer der "Welt". „Die Investitionen in die Kinderbetreuung finanzieren sich also teilweise selbst.“

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