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Die schreckliche Wahrheit über genmanipuliertes Essen

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Die schreckliche Wahrheit über genmanipuliertes Essen | Thinkstock
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Die Angst vor Gentechnik ist riesig: Gemüse, dessen DNA im Labor verändert wurde, soll in Deutschland bald nicht mehr angebaut werden dürfen. Labels zeichnen Produkte aus, die ohne Gentechnik produziert wurden. Bioprodukte gelten nur dann als Bio, wenn ihr Erbgut nicht verändert wurde.

Bio-Supermärkte werden überrannt, auch, weil dort (angeblich) nur gentechnikfreie Produkte zu kaufen sind. Und Fleisch, für das Tiere nur ebensolches Futter bekamen. Die Furcht: Horror aus dem Genlabor! Weil nicht absolut sicher ist, welche Folgen der Verzehr gentechnisch veränderter Organismen (GVO) hat. Ein Risiko bleibt, theoretisch gesehen. Aber eben nur theoretisch.

Denn so groß die Furcht der Gentechnik-Gegner ist: Echte Beweise fehlen – tatsächlich kann der Anbau von GVO sogar Vorteile haben. Das sind fünf Mythen der Gen-Kritiker, die Wissenschaftler widerlegt haben:

1. Gen-Gemüse macht krank

Für Landwirte liegt es auf der Hand, genmanipuliertes Gemüse anzubauen: Die neuen Sorten sind weniger anfällig für Schädlinge, sie wachsen gut. Doch ist das Landwirtschaft zum Schaden unserer Gesundheit? Ja, sagen die Gen-Gegner, weil die Risiken für die Gesundheit zu wenig erforscht seien. Die Wahrheit ist jedoch: Ihnen fehlen die Studien, die ihre Thesen belegen. Die Weltgesundheitsorganisation schreibt in einem Übersichtspapier, dass die bislang verfügbaren Genprodukte keine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit gehabt hätten. Und das nach Hunderten von Forschungsarbeiten.

2. Genmanipuliertes Futter verseucht unser Fleisch

Nicht nur Gemüse mit veränderter DNA ist gefährlich, heißt es, sondern auch ebensolches Tierfutter. Denn das mache die Tiere krank und letztlich auch die Fleischesser. Doch das Futter mit Labor-Erbgut habe keine nachgewiesenen negativen Effekte, schreibt die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften in ihrer Studie Grüne Gentechnologie. Zum selben Ergebnis kommt auch die Vereinigung der US-Wissenschaftler.

3. Es geht nur um Mensch und Tier

Gen-Gemüse macht manchen Menschen Angst, weil es von Konzernen kommt. Die Samen für die Pflanzen stammen von Saatanbietern wie dem US-Riesen Monsanto. Diese besitzen ein Urheberrecht auf die DNA – und verdienen damit viel Geld. Häufig kommt die Kapitalismuskritik als Umweltwarnung daher. Da ist es nicht so wichtig, ob die Fakten nicht stimmen: „Anderslautende Studien wurden innerhalb der wissenschaftlichen Community aus methodischen Gründen heftig kritisiert, in der Öffentlichkeit aber (…) als Beweis für negative gesundheitliche Effekte wahrgenommen“, heißt es in der Grüne-Gentechnologie-Studie.

4. Die Pflanzen schädigen die Umwelt

Der Anbau von genverändertem Gemüse kann laut Gegnern auch die Umwelt schädigen. Gemeint ist damit aber meist nur die Angst, dass sich das Erbgut der Pflanze durch Pollenflug verbreitet. Tatsächlich lässt sich die Umwelt mit Gen-Gemüse schonen: Schwedischen Wissenschaftlern ist es vor Kurzem gelungen, Reis so „umzuprogrammieren“, dass bei seinem Anbau geringere Mengen des Treibhausgases Methan in die Atmosphäre gelangen.

5. Wir brauchen Warnhinweise

Gen-Kritiker wollen dem Gemüse aus Labor-Samen ein Stigma aufdrücken. Hierzulande gibt es Siegel, die gentechnikfreie Produkte kennzeichnen. In den USA gibt es Gesetzesentwürfe, mit denen Warnhinweise für Artikel mit verändertem Saatgut vorgeschrieben werden sollen. Viele Hersteller haben daher die Flucht nach vorn angetreten und drucken entsprechende Hinweise auf. Doch dabei handelt es sich wohl um reinen Aktionismus, wie eine gerade veröffentlichte Studie der Universität von Vermont zeigt: Kunden ließen sich demnach nicht durch Warnzeichen vom Kauf abhalten.

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