POLITIK
13/08/2015 03:42 CEST

NPD in Mecklenburg-Vorpommern will Flüchtlingsheim inspizieren

Getty
Ein NPD-Aufmarsch im Jahr 2012 in Berlin

Ein Plan der NPD entsetzt die Regierung von Mecklenburg-Vorpommern. Funktionäre der rechtsextremen Partei wollen ein Erstauffangheim für Asylbewerber besichtigen und sich den Zutritt vor Gericht einklagen. Das bestätigte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Konkret angekündigt wurden fünf bis sechs Vertreter der Partei. Die wollen mit "Angestellten, Flüchtlingen bzw. Asylbewerbern" Gespräche führen. Caffier sagte dazu der "Bild": "Für mich ist es nicht zu ertragen, dass Leute, die tagtäglich gegen Asylbewerber hetzen, jetzt unsere Aufnahmeeinrichtung besuchen wollen“.

Es geht um das Erstauffangheim Nostorf/Horst. Dort sind aktuell 600 Asylbewerber untergebracht. Die Rechtsextremen begründeten ihren Antrag mit dem Hinweis, dass Landtagsabgeordnete "das Recht haben, das Treiben der Regierung zu kontrollieren".

Das Innenministerium lehnte den Besuch ab. Begründung: Bei einem Aufmarsch der NPD sei mit großer Wahrscheinlichkeit mit gewalttätigen Auseinandersetzungen zu rechnen. Doch die NPD klagt gegen diese Entscheidung jetzt vor dem Landesverfassungsgericht.

Nun muss ein Gericht entscheiden. Sollte es der Klage der NPD stattgeben, soll ein Großaufgebot der Polizei das Flüchtlingsheim schützen, wenn die NPD-Abgeordneten dort einmarschieren. Caffier bekräftigte gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Es ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten, wenn mit politischen Provokationen auf dem Rücken der Flüchtlinge Politik gemacht werden soll. Mir zeigt es einmal mehr, dass wir ein NPD-Verbot brauchen, um diesen braunen Spuk zu beenden."

Ausländerhass: Dieses peinliche Video der NPD Trier ist besser als jede Satire

Lesen Sie auch:

2015-08-06-1438870629-2559366-10000.png

200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

Seit dieser Aktion erreichen uns täglich weitere Dutzende Beiträge zu diesem Thema. Wenn Sie sich an der Diskussion mit einem eigenen Artikel beteiligen wollen, schreiben Sie an blog@huffingtonpost.de.

Es ist Zeit, dass wir in Deutschland ein Zeichen setzen. FÜR Weltoffenheit, FÜR Toleranz und FÜR Menschen in Not

Hier geht es zurück zur Startseite

Gesponsert von Knappschaft