POLITIK
12/08/2015 12:30 CEST | Aktualisiert 12/08/2015 21:24 CEST

„Hölle auf Erden": So katastrophal ist die Situation für Flüchtlinge auf Kos

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„Hölle auf Erden": So katastrophal ist die Situation für Flüchtlinge auf Kos

Für die meisten Deutschen ist Kos eine idyllische Ferieninsel.Für Flüchtlinge aus Krisengebieten ist die Insel in der Ägäis im Moment Hoffnungsträger und Hölle zugleich.

Täglich erreichen sie hunderte Menschen. Sie kommen aus Krisengebieten wie Afghanisten und Syrien die griechische Insel. Ihre Hoffnung: Eine Überfahrt aufs Festland – und ein neues Leben in Europa. Doch diese Hoffnung wird enttäuscht.

Ihre Situation dort wird immer dramatischer. Wie dramatisch – davon konnte sich Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) bei einem zweitägigen Besuch der Ferieninsel in dieser Woche selbst ein Bild machen. „Für die Flüchtlinge ist die Unterbringung auf Kos gerade die Hölle auf Erden“, sagte sie jetzt. „Das ist eine Verweigerung von Erster Hilfe für die Flüchtlinge.“ Essen, Kleidung, Unterkunft und medizinische Versorgung – all das fehlt wohl auf der Insel.

flüchtlinge kos

Untergebracht werden hunderte Flüchtlinge auf engstem Raum in einem Stadion, wo sie sich zwei Toiletten teilen müssen - bei sommerlichen Höchsttemperaturen und mit knurrendem Magen. Kein Wunder also, dass die Stimmung unter den Flüchtlingen zu kippen droht: Schlägereien unter Flüchtlingen und Auseinandersetzungen mit der vollkommen überforderten Polizei häufen sich und drohen außer Kontrolle zu geraten. Roth appellierte deshalb an die Regierung in Athen, sofort aktiv zu werden – trotz Finanzkrise.

Der Bürgermeister von Kos, Giorgos Kyritsis, sandte jetzt einen verzweifelten Hilferuf nach Athen: Die Insel sei massiv überfordert mit den mehr als 7000 Flüchtlingen und es drohe eine Eskalation: „Ich warne davor, die Gefahr eines Blutvergießens ist real“, erklärte er in einem Brief, der heute in der griechischen Presse veröffentlicht wurde.

Flüchtlinge auf Kos


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