WIRTSCHAFT
11/08/2015 05:05 CEST | Aktualisiert 11/08/2015 12:02 CEST

Vier Dinge, die Sie über den Google-Konzernumbau wissen müssen

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Der neue Google-Chef Sundar Pichai

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Google strukturiert sich radikal um. Die Suchmaschine wird in Zukunft Teil eines neuen Mutterkonzerns mit dem Namen Alphabet. Auch eine Website hat der neue Riesenkonzern schon.

Hier vier Dinge, die ihr über den neuen Konzern wissen müsst.

1. Was ändert sich jetzt?

Zum Unternehmen Google werden bald nur noch das Suchmaschinengeschäft, der Online-Kartendienst Google Maps, Android und die Videoplattform YouTube gehören.

Neuere Geschäftszweige werden innerhalb von Alphabet separat geführt. Dazu zählen der 2013 für Gesundheitsforschung gegründete Dienst Calico, das für schnelle Breitbrand-Netzwerke in mehreren Städten konzipierte Programm Fiber sowie Google X, das für die Entwicklung von Googles selbstfahrendem Auto und dem umstrittenen Internet-Headseat "Glass" verantwortliche Forschungslabor.

Im Hause Alphabet befinden sich zudem die Investmentsparten Google Ventures und Google Capital, die sich auf Startup-Unternehmen spezialisiert haben.

2. Wer führt den neuen Riesenkonzern?

Auch personell ändert sich einiges. Die gesamte Führungsriege von Google zieht in die Alphabet-Chefetage um. Der bisherige Google-Vorstandschef Larry Page wird Geschäftsführer der Alphabet-Holding, Mitgründer Sergey Brin der Firmenpräsident. Google-Aufsichtsratschef Eric Schmidt wird den gleichen Posten bei Alphabet innehaben. Die bisherige Finanzchefin Ruth Porat wird die selbe Aufgabe bei Alphabet haben.

Nur einer bleibt bei Google: Das Internet-Kerngeschäft bekommt einen neuen Chef. Der seit Jahren bei dem Konzern tätige Topmanager Sundar Pichai steigt auf. Von vielen wird er als möglicher Nachfolger von Page gehandelt.

3. Sundar wer bitte?

Sundar Pichai ist nun de facto die Nummer Zwei im Alphabet-Konzern - und trotzdem relativ unbekannt. Er gilt als leise, freundlich und eher introvertiert. Ein Risiko-Kapitalgeber sagte gegenüber "Fortune" einmal, Pinchai sei "der Beweis, dass auch nette Typen siegen können."

Der 42-Jährige stammt aus dem südindischen Staat Tamil Nadu und machte seinen Abschluss an der Stanford University. Er leitet 2008 den Launch des "Chrome"-Browsers und übernahm nach und nach immer weitere Sparten im Google-Kerngeschäft.

Am Besten beschreibt ihn dieses Zitat der Ex-Google-Managerin Maarten Hooft gegenüber "Business Insider": "Larry hat diese Blauer-Himmel-Visionen. Er hat keine Angst, verwegene Ziele zu setzen. Während Sundar eher ein großartiger Organisator ist. Wenn Larry und Sergey diese Visionen haben und Initiativen starten, ist, denke ich, Sundar der Typ, der sie umsetzen kann. Er kann ein Team versammeln, die richtigen Leute beauftragen - er ist derjenige, der dafür sorgt, dass es passiert."

4. Warum kommt der Umbau jetzt?

Google war schon lange keine reine Suchmaschine mehr. Das Unternehmen hatte in alle möglichen Technologie-Bereiche investiert: Von Drohnen bis hin zu Blutzucker-Messgeräten. Es wurde daher immer schwieriger zu führen.

"Wir glauben, dass uns dies eine größeren Management-Rahmen erlaubt, um Dinge unabhängiger zu gestalten, die nicht sehr viel miteinander zu tun haben", schrieb Page auf dem Firmenblog.

Google wurde damit auch immer unübersichtlicher für Investoren - für die wurde es schwieriger zu erkennen, welche Teile des Unternehmens Gewinn abwerfen. Das meiste Geld warf die lukrative Internetwerbung ab, während andere Unternehmungen zwar große Investitionen erforderten, aber nicht sofort die erhoffte Rendite brachten.

Mit dem Konzernumbau beugt sich Page einer Forderung der Wall Street nach mehr Transparenz: Als Teil der Umstrukturierung werde das Unternehmen damit beginnen, ihre Finanzberichte in verschiedenen Teilen vorzulegen, sagte der Geschäftsführer.

Den Investoren scheint der Umbau zu gefallen. Im nachbörslichen Handel legten die Google-Aktien um mehr als sechs Prozent zu.

Mit Material der AP

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