LIFESTYLE
10/08/2015 17:01 CEST | Aktualisiert 11/08/2015 08:35 CEST

Forscher lüften das Geheimnis 100 Jahre alter Menschen

MoMo Productions via Getty Images
Was Sie tun müssen, um 100 Jahre alt zu werden.

Wissenschaftler haben möglicherweise das Geheimnis für ewige Jugend – oder zumindest für ein langes Leben gelüftet.

In einer neuen Studie fand das Institut für Alterung der Newcastle Universität in Großbritannien jetzt nämlich heraus, was Menschen wirklich weit über 100 werden lässt: niedrige Entzündungswerte.

Diese sollen außerdem für eine bessere körperliche und mentale Gesundheit im Alter verantwortlich sein.

Für die Studie wurden über 1500 Testpersonen im Alter von 50 bis 110 Jahren herangezogen. Etwa 680 davon waren hundert Jahre oder älter - 167 waren Nachkommen dieser Gruppe.

Gene bestimmen den Alterungsprozess - aber nicht nur

Verglichen wurden verschiedene körperliche Eigenschaften, wie zum Beispiel Stoffwechsel, Entzündungswerte, Leber- und Nierenwerte und die Telomerlänge, um so Rückschlüsse auf deren Zusammenhang mit dem Alterungsprozess ziehen zu können.

Telomere sind die Chromosomenenden unserer DNA, die nachweislich für das Altern verantwortlich sind und deren Länge vererbbar ist. Mit jeder Zellteilung verkürzen sich diese. Einzig ein im Immunsystem vorhandenes Enzym kann die Verkürzung wieder ausgleichen.

Deshalb sollen Menschen, deren Eltern 100 Jahre oder älter wurden, durch ihre genetische Veranlagung bessere Chancen darauf haben, selbst diese Marke zu erreichen.

Entzündungen hingegen können unabhängig unserer DNA verantwortlich dafür sein, wie alt wir werden. Laut Experten sollen sie sogar die wichtigste Rolle beim Alterungsprozess spielen – und für eine beschleunigte Alterung sorgen.

Dies konnte auch die Studie belegen: Mit zunehmendem Alter wiesen alle Testpersonen höhere Entzündungswerte auf. Menschen mit niedrigeren Werten hatten dabei aber die besten Chancen darauf, alt zu werden und im Alter geistig fit zu bleiben.

Altern als Konsequenz chronischer Entzündungen

„Unsere Studie konnte erstmals zeigen, dass Entzündungslevels einen negativen Effekt auf das Altern haben. Das lässt uns vermuten, dass auch chronische Entzündungen den menschlichen Alterungsprozess steuern“, erklärt Professor Thomas Zglinicki, der die Studie betreute.

Chronische Entzündungen sind vermutlich die häufigste Ursache für verschiedene Alterskrankheiten wie Herzinfarkte, Diabetes, Schlaganfälle und Alzheimer – und dafür wohl auch für das Altern selbst verantwortlich. Die zellulare Entzündung breitet sich dabei unbemerkt und schleichend im Körper aus und schädigt so Zellen des Körpers.

Entzündungen schaden dem Immunsystem

Der italienische Immunologe Claudio Franceschi prägte in diesem Zusammenhang den Begriff „Inflammaging“. Dieses „Entzündungsaltern“ soll chronische Entzündungen fördern und das Immunsystem schwächen. Auf diese Weise entstehen seiner Meinung nach Krankheiten, die den Alterungsprozess beschleunigen.

Ob demnach auch entzündungshemmende Mittel gesundheitsfördernd wirken und sich positiv auf den Alterungsprozess auswirken, ist noch umstritten. Klar ist, dass ein gutes Immunsystem und niedrige Entzündungswerte uns tendenziell vor Alterskrankheiten schützen und somit länger leben lassen.

Wir müssen jedoch gar nicht erst so weit gehen, auf entzündungshemmende Schmerzmittel zurückzugreifen. Auch in unserer Nahrung finden sich verschiedene Stoffe, die Entzündungswerte nachweislich senken können.

Vitalstoffreiche Ernährung gegen Entzündungen

Generell ist eine basische und vitalstoffreiche Ernährung gesundheitsfördernd und entzündungshemmend.

So haben Forscher des Ohio State University College of Medicine herausgefunden, dass Omega-3-Fettsäuren die Entzündungswerte im Blut um bis zu zwölf Prozent senken können. Sie sollen Entzündungen im Körper sogar nachweislich vorbeugen und somit den Alterungsprozess positiv beeinflussen können.

Omega-3-Fettsäuren finden sich besonders in pflanzlichen Lebensmitteln wie Walnuss-, Raps- und Leinöl sowie verschiedenen Kaltwasserfischsorten.

Mineralien können Entzündungen hemmen

Magnesium gilt als einer der entzündungshemmendsten Mineralstoffe. Neben nahrungsergänzenden Tabletten weisen verschiedene Kräuter, wie Basilikum, Majoran, Salbei und Brennnessel einen hohen Magnesiumwert auf. Auch Mangold, Brokkoli und Spinat sollten bei einer entzündungshemmenden Ernährung nicht fehlen.

Letzteres ist zudem reich an Vitamin C und E, die das Immunsystem nachweislich stärken und so ebenso Entzündungen vorbeugen können.

Asiatische Mediziner setzen auf Ingwer und Kurkuma

Im asiatischen Raum schwört die Medizin auf die starke entzündungshemmende Wirkung von Kurkuma und Ingwer. Der im Kurkuma enthaltene Farbstoff Kurkumin soll sogar genauso wirksam sein wie entzündungshemmende Medikamente – ohne deren Nebenwirkungen.

Gute Nachrichten auch für alle Kirsch-Fans: Wie eine USDA-Studie herausfand, sollen die roten Sommerfrüchte zehnmal wirksamer gegen Entzündungen sein als Aspirin. Verantwortlich dafür ist ein antioxidativer Farbstoff in den Kirschen. Dieser findet sich auch in anderen Früchten, wie Papayas oder Blaubeeren.

Zusätzlich kann es helfen, den übermäßigen Verzehr von entzündungsfördernde Lebensmittel zu reduzieren. Besonders tierische Fette, Zucker, Koffein und Konservierungsstoffe wie Glutamat können den Körper übersäuern und das Immunsystem schwächen.

Wer zudem Stress vermeidet und genug Sport treibt, kann seinem Alterungsprozess positiv entgegenwirken - ganz ohne die Einnahme von Medikamenten.


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