POLITIK
09/08/2015 07:41 CEST | Aktualisiert 09/08/2015 09:22 CEST

9 Dinge, die Sie jetzt über die Griechenland-Krise wissen müssen

AP
Touristen besichtigen die Akropolis in Athen (Archivbild)

Griechenland läuft die Zeit davon. Mal wieder. Das Land ist immer noch mit über 300 Milliarden Euro verschuldet und in wenigen Tagen steht die nächste Milliarden-Zahlung an die Europäische Zentralbank (EZB) an.

Jetzt berichten Insider: Ein neues Hilfspaket für Athen könnte schon kommende Woche beschlossen werden. Der Entwurf dafür ist offenbar fertig, aber noch nicht mit Athen abgestimmt. Doch es gibt immer noch Bedenken, ob der nächste Deal mit Athen überhaupt zustande kommt - denn die Bundesregierung hat große Bedenken.

Hier sind drei aktuelle Entwicklungen, die Sie heute über die Situation in Athen wissen müssen:

  • Auch wenn Experten noch Zweifel haben, könnte es tatsächlich schon sehr bald einen neuen Durchbruch geben. Das dritte Hilfspaket für Griechenland könnte bereits in der kommenden Woche beschlossen werden. Das berichten mehrere griechische Medien sowie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS"). Demnach könnte eine Grundsatzvereinbarung schon am Dienstag vorliegen, am Donnerstag müsste dann das griechische Parlament darüber entscheiden, bevor am Freitag die Eurofinanzminister zustimmen.

  • Aus Brüssel hieß es am Samstag, die Gläubiger-Institutionen hätten sich untereinander auf einen 27-seitigen Abkommensentwurf geeinigt, in dem die von der Regierung in Athen verlangten Gegenleistungen für neue Milliardenhilfen fixiert seien. Dieser müsse noch mit der griechischen Regierung abgestimmt werden.

  • Auch der griechische Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis äußerte sich am Samstag optimistisch vor Reportern, die vor dem Hotel in der griechischen Hauptstadt Athen warteten, wo die Verhandlungen stattfanden: Presseberichte, die eine Einigung in greifbarer Nähe sehen, "könnten zutreffend sein", sagte Stathakis. Schon nach einer Telefonkonferenz der Institutionen mit Experten der EU-Staaten am Freitagabend hatte es ähnlich lautende Einschätzungen gegeben.

Ein neuer Deal mit Athen scheint also bereits in trockenen Tüchern zu sein. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Der Grund: Es gibt noch einige Hürden, die überwunden werden müssen:

  • Nach Informationen der "FAS" bleibt ungewiss, ob sich die Bundesregierung dem Zeitplan fügen wird. In einer Telefonkonferenz der Finanzstaatssekretäre am Freitagabend habe der deutsche Vertreter Thomas Steffen verlangt, dass Griechenland erst sein Flüchtlingsproblem in den Griff bekommen müsse, bevor das Programm beschlossen werden könne.

  • Andere Staaten hätten dies als sachfremd zurückgewiesen. Außerdem will Deutschland dem Bericht zufolge zunächst nur etwa 20 Milliarden Euro als erste Kreditrate freigeben, während die Institutionen 30 bis 35 Milliarden Euro für richtig halten.

  • Und selbst wen die Einigung gelingt, müssten darüber noch das griechische Parlament, der Bundestag sowie die Volksvertretungen einiger anderer Staaten der Eurozone abstimmen.

Wie dringend ist die Einigung überhaupt?

  • Kurz gesagt: Es eilt. Wie so oft, wenn es um Griechenlands Schuldenkrise geht. Bis zum 20. August muss Athen frisches Geld bekommen, um 3,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen zu können. Der klamme Euro-Staat ist mit 313 Milliarden verschuldet, ein drittes Hilfspaket soll bis zu 86 Milliarden Euro umfassen.

Was muss ich sonst noch wissen, um beim Thema Griechenland mitreden zu können?

  • Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras steht immer mehr mit dem Rücken zur Wand - und eine Spaltung der seiner Regierungspartei Syriza wird immer wahrscheinlicher. Am Samstag hatte der Anführer des linken Parteiflügels, Panagiotis Lafazanis,Tsipras scharf angegriffen. "Am Bruch wird Tsipras schuld sein", sagte Lafazanis. Sollte Tsipras ein neues Sparprogramm einführen, würde er damit nach Ansicht des linken Flügels die Einheit der Partei gefährden.

  • Das Thema Steuerhinterziehung bestimmt derzeit die Debatte in Athen. Bei Kontrollen von 5264 Unternehmen und Freiberuflern wurden binnen einer Woche 1089 Steuersünder entdeckt. Das ging am Freitag aus einem Bericht der griechischen Steuerfahndung hervor.

Mit Material von dpa


Lesen Sie auch:

Vier Dinge, die die Griechen mit ihrer Gutmütigkeit erklären

Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite


Gesponsert von Knappschaft