POLITIK
07/08/2015 07:06 CEST | Aktualisiert 07/08/2015 10:18 CEST

Warum Kim Jong Un jetzt alle Uhren zurückdrehen lässt

dpa
Warum Kim Jong jetzt alle Uhren zurückdrehen lässt

Nordkorea unter Diktator Kim Jong Un dreht die Uhr zurück. Am 15. August müssen alle Uhren um eine halbe Stunde zurückgestellt werden. Nun könnte man meinen, das sei nun wirklich nicht nötig in einem Land, dessen Regime seit Jahrzehnten die Wirtschaft so drangsaliert, dass es seinen Möglichkeiten um Jahrzehnte hinterherhinkt. Dessen Regime moderne Kommunikation nach Kräften unterbindet, Internetzugang nur handverlesenen Günstlingen gewährt, damit nicht noch die Masse der Bevölkerung auf die Idee kommt, dass da was faul ist im Staate.

Die Maßnahme soll ein Zeichen des Sieges über die Japaner sein. Denn vor 70 Jahren befreiten sich die Koreaner von der japanischen Kolonialherrschaft. Die "boshaften japanischen Imperialisten verübten unverzeihliche Verbrechen, wie etwa Korea sogar seine Standardzeit zu nehmen", berichteten die staatlichen Medien des weithin abgeschotteten Landes am Freitag. Japan hatte Korea während seiner Kolonialherrschaft (1910-45) seine Zonenzeit aufgezwungen. Der Zeitunterschied zur MESZ beträgt derzeit in Süd- und Nordkorea sowie Japan sieben Stunden oder UTC (Weltzeit) plus neun Stunden.

Das Vereinigungsministerium im südkoreanischen Seoul warnte, Nordkoreas Schritt könnte Verwirrung im beiderseitigen Austausch stiften, wie etwa beim Pendelverkehr zum gemeinsamen Industriekomplex in der grenznahen nordkoreanischen Stadt Kaesong. Südkorea habe aus praktischen Gründen beschlossen, die geltende Standardzeit beizubehalten, sagte eine Sprecherin.

Nordkorea hat sogar eine eigene Zeitrechnung. Sie beginnt nicht wie in Europa mit der Geburt Christi, sondern 1912 mit der Geburt des Staatsgründers Kim Il Sung.


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