WIRTSCHAFT
07/08/2015 14:11 CEST

Griechenland zahlt Zinsen an den IWF fristgerecht zurück

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Griechenland hat seine Zinsen bezahlt

Griechenland hat fristgemäß die Zinsen von 186,3 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) gezahlt. Das berichtete der staatliche griechische Rundfunk (ERT) unter Berufung auf einen Sprecher des IWF in Washington am Freitagmorgen. Die nächste Tranche, die das krisengeschüttelte Land an den IWF zahlen muss, ist am 4. September fällig. Dann geht es um etwa 307 Millionen Euro.

Bei den Verhandlungen Athens mit den Gläubigern über die Bedingungen für neue Hilfskredite sollte es am Freitag um den Mindestlohn sowie mögliche Fehlbeträge im Haushalt gehen. Das teilte das griechische Finanzministerium mit. Die Gespräche sollten auch am Samstag weitergehen, hieß es.

Am Vorabend hätten sich der griechische Regierungschef Alexis Tsipras und der französische Präsident François Hollande bei einem Treffen darauf geeinigt, die Verhandlungen bald nach dem 15. August abzuschließen. Eine Einigung ist Voraussetzung für weitere Hilfen für Griechenland. Viel Zeit hat Athen nicht. Am 20. August muss der klamme Euro-Staat 3,2 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zurückzahlen.

Nach den vielen Schreckensmeldungen der vergangenen Wochen könnte die Nachricht das zerrüttete Verhältnis zwischen Griechenland und den Geldgerbern wieder etwas glätten. So war es lange Zeit unsicher, ob das mit dem Rücken zur Wand stehende Land überhaupt eine weitere Rückzahlung tätigen kann.

Nach dem Auslaufen des Hilfsprogramms war das Land kurzfristig in Zahlungsverzug gekommen. Daher bat die Regierung in Athen um eine Soforthilfe von 24 Milliarden Euro, um Schulden an die Europäische Zentralbank zurückzahlen zu können. In den vergangenen Tagen schockierte zudem eine Analyse des Finanzinformationsdienstes Markit die Märkte, aus der hervor ging, dass sich die Wirtschaft des Landes sein Jahresbeginn im freien Fall befindet.

Bis zu einem dritten Hilfspaket ist es trotzdem noch ein weiter Weg. Der Internationale Währungfonds machte bereits deutlich, dass es ein neues Hilfspaket nur nach einer vollständigen Umsetzung der von den Kreditgebern geforderten Reformpläne geben wird. Ebenso lehnt vor allem Deutschland einen vollständigen Schuldenschnitt weiterhin kategorisch ab, eine Alternative ist jedoch ein "Schuldenschnitt light", der eine Verlängerung von Rückzahlungsfristen sowie Zinserleichterungen zur Folge hätte.

Mit Materialien von dpa.

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