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07/08/2015 21:13 CEST | Aktualisiert 08/08/2015 11:14 CEST

5 Fakten über Wölfe: So gefährlich sind sie wirklich für uns

dpa
5 Fakten über Wölfe: So gefährlich sind sie wirklich für uns

Lange Zeit stand er auf der Liste der ausgestorbenen Tiere, nun ist der Wolf zurück in Deutschland. Schon ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde er in Europa wieder vermehrt gesichtet – und inzwischen kommt er dem Menschen wieder gefährlich nahe. Einzelne Wölfe streifen durch Wohngebiete.

In der Bevölkerung wächst deswegen die Angst vor den Raubtieren. Am vergangenen Dienstag sollen drei Wölfe in Niedersachen einen kleinen Hund gerissen haben, berichtet die "Bild"-Zeitung. Und im Februar soll ein Wolfsrudel eine Frau in der Lüneburger Heide verfolgt haben.

Aber stellen Wölfe derzeit überhaupt eine Bedrohung für uns dar?

Diese 5 Fakten zeigen, wie gefährlich Wölfe für uns wirklich ist:

1. Wie viele Wölfe gibt es in Deutschland?

Früher war der Wolf eines der weit verbreitetsten Säugetiere auf der Welt. Doch seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hat der Mensch ihn immer stärker aus seinem natürlichen Lebensraum vertrieben. Inzwischen ist der Wolf vom Aussterben bedroht. Experten schätzen, dass es heute weniger als 200.000 von ihnen weltweit gibt.

Aber in Deutschland wächst die Zahl der frei lebenden Wölfe. Experten gehen davon aus, dass mittlerweile circa 33 Rudel auf fünf Bundesländer verteilt leben.

2. Warum steigt ihre Zahl wieder an?

Mehr als ein Jahrhundert lang gab es in Deutschland keinen einzigen Wolf. Seit 1992 zählen die Raubtiere in der Europäischen Union zu den streng geschützten Tieren und dürfen nicht mehr getötet werden. So können sie sich wieder vermehren.

Allerdings wird ihre Verbreitung nicht aktiv gefördert. Es werden zum Beispiel keine Wölfe ausgesetzt, berichtet "Spiegel Online“.

3. Gab es schon Angriffe auf Menschen?

In der Zeit zwischen 1950 bis 2000 gab es europaweit 59 Fällen, in denen Wölfe auf Menschen losgingen. Die meisten der Raubtiere hatten Tollwut, als sie Menschen attackierten. Der letzte bekannte Vorfall ereignete sich vor acht Jahren in Alaska, wo ein Wolf eine Joggerin anfiel und tötete.

In Europa ist bis heute kein einziger Fall bekannt, bei dem ein gesunder und wildlebender Wolf einen Menschen absichtlich getötet hätte.

4. Wie reagiert die Politik auf das vermehrte Auftauchen von Wölfen?

Politiker zieht aus den Vorfällen der letzten Monate Konsequenzen: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks möchte ein Beratungszentrum für den Umgang mit Wölfen gründen. Im vergangenen November richtete das Bundesumweltministerium erst einen Runden Tisch ein, der alle offenen Fragen zu Wölfen in Deutschland klären will.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) warnte indes davor, die Ausbreitung auf die leichte Schulter zu nehmen: "Es kann einen Punkt geben, an dem die Wolfspopulation so groß wird, dass wir eingreifen müssen. Der Schutz des Menschen hat immer Vorrang vor dem Artenschutz“, sagte er der "Bild“-Zeitung.

5. Wie akut ist die Gefahr im Moment?

Experten sind sich nicht einig, ob Wölfe derzeit eine akute Bedrohung für uns darstellen. Die Umweltstiftung WWF geht davon aus, dass die Gefahr überschätzt wird: "Die Menschen sollen verstehen lernen, dass der Wolf keine Gefahr für sie darstellt und auch ein Recht hat, hier zu leben“, heißt es in einem Bericht des WWF.

Andere Experten aber warnen vor Übergriffen auf den Menschen: "Niemand kann ausschließen, dass es zu Übergriffen auf Menschen kommen kann“, erklärte Gert Dittrich, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbandes, gegenüber der "Welt am Sonntag“.

Da Wölfe sehr scheue Tiere sind, ist es nach wie vor sehr unwahrscheinlich, dass sie Menschen - vor allem in Städten - grundlos angreifen. Wie bei allen Wildtieren gilt aber: Wenn ein Tier sich auffällig verhält, ist es am besten, Abstand zu halten.


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