POLITIK
07/08/2015 13:14 CEST | Aktualisiert 07/08/2015 13:15 CEST

Flüchtlingsdebatte: Hier erklärt Anja Reschke, was sie zu ihrem emotionalen Appell an die Deutschen bewegte

Mit ihren Kommentar in den ARD-"Tagesthemen“ zur Flüchtlingssituation am vergangenen Mittwoch sprach Moderatorin Anja Reschke sicherlich vielen Deutschen aus der Seele. Sie forderte angesichts der aufgeheizten Stimmung in Deutschland die Deutschen zum Handeln auf: "Der letzte Aufstand der Anständigen ist 15 Jahre her. Ich glaube, es ist mal wieder Zeit“, sagte Reschke. Wie sie vorhergesehen hatte, hagelte es entsetzte Reaktionen und Hasskommentare von Facebook-Nutzern.

In der "Tagesschau“sprach sie nun über ihre Beweggründe. Sie sei sehr überrascht über die riesige Resonanz gewesen, so sagte sie. Die vielen positiven Kommentare hätten sie besonders gefreut, erklärte sie. Was sie zu dem unmissverständlichen Statement bewegt habe, sei folgendes gewesen: "Ich wollte nach all den negativen Kommentaren zu Flüchtlingen mal wieder das Gefühl haben, dass die Masse auf der richtigen Seite steht."

reschke

Credit: ARD

Die Menschen kommentierten nicht mehr anonym, sondern sähen sich als Mehrheit, sagte Reschke. Die "Panorama“-Moderation möchte dem etwas entgegensetzen: "Ich halte es für wichtig, dass wir sagen: 'Nee, ihr seid die Minderheit und wir sind die Mehrheit'. Das grundrassistische Gefühl, um das es mir ging, ist kein Problem der Medien, sondern in den Leuten drin.“

Reschke appelliert auch an die deutschen Politiker. Sie trügen eine gewisse Mitschuld an der aufgeheizten Stimmung in Deutschland, so kritisierte sie. "Es gibt nicht wenige Politiker - da kann man zum Beispiel nach Bayern gucken - die als Brandbeschleuniger agieren, indem sie populistisch Sachen anheizen. Kein Politiker möchte gerne Stellung für Flüchtlinge beziehen, weil er um seine Wahlen Angst hat.“


Lesen Sie auch:

2015-08-06-1438870629-2559366-10000.png

200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

Seit dieser Aktion erreichen uns täglich weitere Dutzende Beiträge zu diesem Thema. Wenn Sie sich an der Diskussion mit einem eigenen Artikel beteiligen wollen, schreiben Sie an blog@huffingtonpost.de.

Es ist Zeit, dass wir in Deutschland ein Zeichen setzen. FÜR Weltoffenheit, FÜR Toleranz und FÜR Menschen in Not

Ein Bundesland beschwert sich: "Wir nehmen mehr Flüchtlinge als Frankreich auf"

Hier geht es zurück zur Startseite