WIRTSCHAFT
07/08/2015 16:36 CEST | Aktualisiert 07/08/2015 22:10 CEST

Die Regale bei Aldi Süd werden Sie bald nicht wiederkennen

Die Filialen von Aldi Süd werden bald anders aussehen. Bei dem Discounter deutet sich ein radikaler Wandel im Sortiment an.

„Im Umfeld von Aldi Süd ist die Rede von mehr als 50 Top-Marken, die bis Jahresende angeboten werden sollen“, berichtet die „Lebensmittelzeitung“ am Freitagmorgen online.

Das sei ein „Coup“, der von langer Hand vorbereitet gewesen sei, heißt es. Aldi Süd wollte den Artikel nicht kommentieren.

In dem Bericht der Fachzeitschrift ist von großen internationalen Marken die Rede.

Aldis Strategie: "Sicherlich ein Vollangriff auf Lidl"

Schon ab Samstag werde testweise die „Big Pizza“ von Wagner (Nestlé) angeboten, zum Kampfpreis von 1,69 Euro statt 2,59 Euro – so viel kostet die Pizza zum Beispiel bei Rewe. Bereits im Frühjahr hatten Branchen-Insider spekuliert, dass Markenbiere in der Dose bei Aldi künftig eine Rolle spielen werden.

Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein wertet die offenbar geplante Aufnahme von weiteren Markenartikeln „sicherlich als Vollangriff auf Lidl". Das sei ein „cleverer Schachzug“, sagte er der Huffington Post. „Lidl praktiziert derzeit eine Qualitätsoffensive mit Trading-up, darauf musste Aldi schnell antworten."

Jedoch sei die Markenlistung auch ein Angriff auf Supermärkte. Diese würden mit ihren attraktiven Markenartikel-Sortimenten in der Regel die Aldi-Kunden nach ihrem Besuch immer noch für zusätzliche Anschlusskäufe anziehen. "Jetzt gräbt Aldi Süd ihnen mit der sofortigen Mitnahmemöglichkeit dieser Marken-Artikel das Wasser ab", sagt Heinemann.

Schon zuletzt gab es Bewegung bei Markenlistungen von Aldi Süd. Seit Herbst 2014 bietet Aldi Süd bereits Ramazotti, Jägermeister, Wodka Gorbatschow, Chantré und Bailyes an. Aktionen gibt es mit Red Bull sowie mit Bitburger im Fünf-Liter-Party-Fass.

Zuletzt sinkende Umsätze bei Aldi

Die Markenlistungen sind auch als Reaktion auf zuletzt sinkende Umsätze zurückzuführen. Der Discounter Aldi verliert nach den jüngsten Zahlen des Marktforschers GfK Marktanteile. Laut den vertraulichen Daten, über die die "Wirtschaftswoche" berichtet hatte, sanken die Lebensmittelumsätze von Aldi Süd im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,6 Prozent. Lidl verlor im Vergleich "nur" 1,5 Prozent – möglicherweise ein Effekt der Qualitätskampagne mit tollen Hochglanz-Bildern.

Die großen Supermarktketten konnten ihre Umsätze hingegen zum Teil stark ausbauen. Edeka legte laut der GfK-Analyse um 1,3 Prozent zu, Kaufland um 4,3 Prozent. Rewe verbuchte mit einem Plus von 6,3 Prozent den stärksten Umsatzzuwachs.

HINTERGRUND:

Marken bei Aldi


Für clevere Schnäppchenjäger ist die Info mit den geplanten Markeneinlistungen hingegen gar nicht so spannend. Sie wissen nämlich längst, dass etwa der Aldi-Sekt auch ein Markenprodukt ist – dahinter steckt Freixenet. Oder dass die Choco-Kese von Leibnitz sind, der Cappuchino von Nestlé. Hier finden Sie noch weitere Beispiele.


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