ENTERTAINMENT
07/08/2015 04:15 CEST | Aktualisiert 07/08/2015 10:18 CEST

Fernsehdebatte: Trump hält sich Alleingang bei Präsidenten-Wahl offen

Das fängt ja gut an. An diesem Morgen war in Cleveland in den USA ein wichtiges Ritual der US-Politik zu beobachten: Die "Fox News"-Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten der Republikaner. 10 Kandidaten vertraten ihre Standpunkte. Im Mittelpunkt stand natürlich der Immobilien-Milliardär Donald Trump.

Gleich zu Anfang der Fernsehdebatte polarisierte Trump. Der Moderator bat alle zehn Kandidaten, die Hand zu heben, wenn sie nicht bereit seien, auf ihre Aufstellung zur Wahl zu verzichten, wenn sich die Partei für einen anderen als Präsidentschaftskandidat entscheiden würde. Nur einer hob die Hand: Donald Trump. Auf "Buh"-Rufe des Publikums reagierte er mit einem Schulterzucken.

Er blieb stur. Als er vom Moderator Chris Wallace darauf hingewiesen wurde, dass sein Alleingang sicher in einem Wahlsieg der Clintons münden würde, weigerte er sich weiterhin zu versprechen, dass er einen anderen Kandidaten der Republikaner unterstützen werde. "Ich werde dieses Versprechen nicht zu diesem Zeitpunkt geben", sagte Trump.

Der Senator von Kentucky, Rand Paul, sprang sofort ein: "Er sichert sich bereits für die Clintons ab", sagte er über Trump. "Er sichert sich seine Chancen ab, weil er es gewohnt ist, Politiker zu kaufen", sagte er und unterstellte Trump damit, dass er es sich für den Fall einer Wahlniederlage offen hält, das Lager zu wechseln.

Trump konterte lässig. "Ich habe ihm ziemlich viel Geld geben", sagte er mit einem Fingerzeig auf Paul.

Ein unabhängiger Wahlkampf von Trump wäre ein großes Problem für die Republikaner. Bei einer knappen Wahl würde jede Stimme zählen - ein Alleingang des Milliardärs könnte daher zu einem Sieg der Demokraten führen.

Auch danach eckte Trump an. Die Moderatorin Megyn Kelly brachte zur Sprache, dass er Frauen, die er nicht mag, "fette Schweine", "Hunde", "Nacktschnecken" und "ekelige Tiere" genannt habe. Er unterbrach sie: "Nur Rosie O’Donnell!", sagte er, und deutete damit an, dass sich seine Bemerkungen nur auf eine lesbische Komikerin und Moderatorin bezogen hätten.

Er habe keine Zeit für "totale Political Correctness". Als die Journalistin nachhaken wollte, unterbrach er sie wieder: "Ehrlich, Megyn, wenn dir das nicht gefällt, tut es mir leid!" Dann drohte er ihr: Er habe immer nette Dinge über sie gesagt, doch werde er in Zukunft weniger freundlich sein.

Trump wiederholte seinen Plan, eine Mauer entlang der mexikanischen Grenze zu bauen, um illegale Einwanderung zu unterbinden. "Wir würden gar nicht über illegale Einwanderung reden, wenn es mich nicht gäbe", sagte er. Trumps Forderung nach einer Mauer entsetzt die Republikaner, da sie die lateinamerikanische Minderheit in den USA vergrault, die inzwischen als wahlentscheidend gilt.

Er unterstellte der mexikanischen Regierung, dass sie mit Absicht Kriminelle in die USA schicke: "Sie schicken die schlechten rüber, weil sie nicht für sie zahlen wollen, weil sie nicht für sie sorgen wollen. Warum sollten sie, wenn die dummen Politiker der Vereinigten Staaten es für sie tun?"

Jeb Bush versuchte, den Schaden zu begrenzen. Offensichtlich versuchte er, die Lateinamerikaner wieder für die Republikaner zurückzugewinnen, indem er eine Lösung forderte, die "einen Weg zu einem verdienten legalen Status" umfasst. Damit meinte er eine Möglichkeit für illegale Einwanderer, ein Bleiberecht zu halten. Die solle über die bloße Amnestie, die Barack Obama den Illegalen gewährt hatte, hinausgehen.

Text geht nach dem Bild weiter: Trump bereut vier Insolvenzen nicht

fox news gop

Das Publikum bei der "Fox News"-Fernsehdebatte bekam etwas geboten

Als er auf seine insgesamt vier Insolvenzen angesprochen wurde, reagierte Trump bockig. Eine davon habe seine Kreditgeber eine Milliarde US-Dollar gekostet und Hunderte Menschen arbeitslos gemacht, sagte Moderator Wallace. Trump erwiderte, wie andere erfolgreiche Geschäftsmänner habe er "die Gesetze des Landes zu seinem Vorteil benutzt". Seine Kreditgeber seien "nicht die netten, kleinen Leute", die Wallace sich vorstelle, sondern "Killer". Seine Geschick bei Geschäften würde dem Land nützen, wenn er im Weißen Haus säße.

Für die TV-Debatte hatte der Sender Fox News zehn der 17 republikanischen Bewerber ausgewählt. Neben Trump standen sich Jeb Bush - der Bruder und Sohn früherer Präsidenten - , Wisconsins Gouverneur Scott Walker, die Senatoren Ted Cruz, Rand Paul, der pensionierte Neurochirurg Ben Carson, Arkansas' Ex-Gouverneur Mike Huckabee, New Jerseys Gouverneur Chris Christie und Ohios Gouverneur John Kasich und Senator Marco Rubio gegenüber.

Eine Sorge müssen wir angesichts dieser Debatte nicht mehr haben: dass die Präsidentschaftswahl 2016 langweilig werden könnte.

Mit Material der AP

Anmerkung der Redaktion: Die Huffington Post berichtet über Donald Trump aus Prinzip im Ressort Entertainment. Der Grund: Sein Programm und sein Auftreten sind Show und haben mit verantwortungsvoller Politik wenig gemein.

Lesen Sie auch:

Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite