POLITIK
06/08/2015 14:36 CEST | Aktualisiert 06/08/2015 16:48 CEST

Radikaler Schritt gegen Wohnungsnot: Bauministerin Hendricks gibt Millionen für billige Studenten-Zimmer aus

Thinkstock

Es klingt auf den ersten Blick wie eine gut gemeinte Maßnahme gegen die Wohnungsnot. Bauministern Barbara Hendricks (SPD) will 120 Millionen Euro in neue Wohnungen für Studenten und Azubis investieren. Das berichtet "Bild". Die Zimmer nennt sie "Mikro-Wohnungen". Sie sollen vor allem in Ballungsräumen wie München, Berlin und Köln entstehen, wo die Mietpreise teils absurd hoch sind.

Ihr Versprechen: Liebe Studenten und Azubis, macht euch keine Sorgen, wir bauen euch Wohnungen, die ihr euch leisten könnt. "Bezahlbarer Wohnraum kann nur durch Wohnungsbau geschaffen werden", sagt Hendricks.

Ihre Mini-Wohnungen sind in etwa so teuer wie jene in Studentenwohnheimen. Küche, Bad auf mindestens 22 Quadratmetern, 260 Euro warm. Und Geld gibt es für die Investoren nur, wenn die Miete über Jahre konstant bleibt.

Das Konzept liest sich wie eines für ein Baukastensystem. So sollen sich die Zimmer problemlos auch in eine WG umwandeln lassen können. Außerdem sollen sie später auch als Seniorenwohnheim taugen. In einem Statement des Ministeriums heißt es:

Mit den Mitteln sollen zukünftig Modellvorhaben für nachhaltiges Wohnen für Studierende und Auszubildende unterstützt werden, die zu einem späteren Zeitpunkt etwa in Wohnungen für Senioren umgewidmet werden können. Die Wohneinheiten könnten also von Anfang an altersgerecht und barrierefrei gestaltet werden. Dieser Mehraufwand soll beispielsweise direkt gefördert werden.

Zum Vergleich: Die teuerste Studentenstadt ist München. Hier zahlen junge Menschen durchschnittlich 348 Euro. Städte wie Hamburg, Köln und Frankfurt sind nicht wesentlich günstiger. Am günstigsten wohnen Studenten in Ostdeutschland. Hier zahlen sie im Schnitt nur etwa 220 Euro.

So könnte Hendricks tatsächlich was gegen den Wohnungsmangel bewirken. Die Zehntausenden Erstsemester, die jetzt eine Wohnung suchen, haben davon aber noch nichts. Das Geld für den Bau soll erst 2016 fließen.

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