GOOD
05/08/2015 17:35 CEST | Aktualisiert 05/08/2015 21:53 CEST

Milliardär will Menschen in Afrika helfen - und wählt einen radikalen Weg

Getty

Dustin Moskovitz will eines der größten Probleme der Welt lösen. Der Facebook-Mitbegründer zählt mit einem geschätzten Vermögen von vier Milliarden Dollar zu den reichsten Menschen der Welt. Mit einer Spende von über 25 Millionen Dollar an die Organisation "Give Directly" will er nun Armut bekämpfen.

16 Millionen Dollar seiner Spende werden in Bar an betroffene Menschen verteilt, der Rest geht an die Organisation. "Give Directly" hat es sich in den vergangenen vier Jahren zur Aufgabe gemacht, Geld genau dorthin zu bringen, wo es dringend gebraucht wird.

Teresa ist eine Afrikanerin, die von "Give Directly" profitiert. Ein Mensch, den sie bislang noch nie getroffen hatte, kam in ihr Haus, mit dem Boden aus Lehm und dem Dach aus Stroh, und machte ihr ein unglaubliches Angebot. Teresa und ihre Familie bekommen ein Jahr Bargeld.

Sie muss es weder zurück zahlen, noch über die Ausgaben Rechenschaft ablegen. "Wir können nicht glauben, dass uns jemand Geld gibt, ohne, dass wir dafür gearbeitet haben", sagt Teresa. Schon viele Male ist es auch anderen wie Teresa ergangen. Über ein Jahr verteilt erhält sie 1000 Dollar.

Seit der Gründung der Organisation 2011 sind 15 Millionen Dollar an die Menschen in Uganda und Kenia geflossen. 795 Millionen Menschen auf der Welt leiden Hunger. 1,4 Milliarden Menschen leben in extremer Armut. Laut United Nations müssen in südlich der Sahara in Afrika 51,4 Prozent von weniger als einem Dollar am Tag leben.

Über die Frage, ob die Armut in Afrika so bekämpft oder gar besiegt werden kann, streiten sich Experten. Andere Regionen als Kenia und Uganda sind noch stärker von Armut und Hunger betroffen. Doch in diesen beiden Ländern hätten mehr Menschen Zugang zu einem mobilen Netz, was den Zahlungsverkehr erleichtert.

Studien haben sich mit den Auswirkungen der radikalen Methode zur Bekämpfung der Armut beschäftigt. Ein Klischee: Das Geld wird doch eh nur für Tabak und Alkohol ausgegeben. Die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung hat andere Ergebnisse. Sie untersuchte in einer Studie 19 Programme, in denen mit Bargeld in Entwicklungsländern geholfen wurde. Darin heißt es: " In allen Studien zeigt sich, dass entweder kein signifikanter oder ein deutlich negativer Anstieg der Ausgaben für Tabak und Alkohol zu verzeichnen ist."

Mittlerweile gibt es laut dem Nahrungsmittel-Programm der Vereinten Nationen 87 Programm in 56 Ländern weltweit, in denen mit Bargeld geholfen wird. Auch mit der Frage, wie sich die Strukturen der lokalen Geschäfte durch das Geld verändert, beschäftigt sich "Give Directly". "Wir sollten uns fragen, ob ein Projekt finanziell unterstützt oder den Betroffenen direkt geholfen werden sollte. Jetzt haben wir die Möglichkeit dazu", sagte Dustin Moskovitz der Huffington Post.


Lesen Sie auch:

Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite

Gesponsert von Knappschaft