LIFESTYLE
05/08/2015 08:53 CEST | Aktualisiert 05/08/2016 11:12 CEST

Darum lassen Schweizer ihre Bärte zwangsstutzen

Engelberg-Titlis/Zumbühl
Kein Entrinnen: Bartopfer beim "Ängälbärger Bartabhauätä"

Ein alter Brauch freut viele Frauen: Nach dem "Ängälbärger Bartabhauätä" am 25. Oktober in Engelberg, bei dem gewaltige Bärte zwangsgestutzt werden, sehen die Schweizerinnen endlich wieder, wie ihr Mann oben ohne aussieht.

Der traditionellen Rasur unterzogen sich die Schweizer Bauern, nachdem sie den Sommer über ohne Strom auf ihren Almen lebten und keine Lust hatten, sich das Gesichtshaar zu stutzen. Bei ihrer Rückkehr ins Tal wurden sie angeblich oft von den eigenen Frauen nicht erkannt.

Mehr über die "Alpenländer" erfahren Sie in dieser Dokumentation auf MyVideo

Tausch: Kalb gegen Bart

Bei der lustigen Bart-Show von heute, die vor sechs Jahren vom Kanton Schwyz ins Klosterdorf Engelberg verlegt wurde, kann jeder seinen Bart entfernen lassen, der mag. Dazu muss er allerdings den Kopf durch das große Holzloch im Pranger stecken und ist dann der "Barbierin" mit dem großen Bartschneider hilflos ausgeliefert.

Wer das größte Gewicht an Haaren verliert, wird zum Bartkönig gekürt. Titelverteidiger ist der Älpler Andi Trütsch, dessen Siegerbart 21,849 Gramm wog. "Den Bart wachsen zu lassen, lohnt sich", sagt Trütsch, der als ersten Preis ein Kalb gewann. Drei Mal ist er deshalb extra von Unteriberg ins rund 100 Kilometer entfernte Engelberger Hochtal zur "Bartabhauätä" angereist, zweimal gewann er den Hauptpreis.

Im Sommer wohnt Andi Trütsch mit seiner Familie in 1.400 Metern auf einer Alphütte bei Wang im Kanton Obwalden. Ohne Strom, dafür mit ein paar Dutzend Kühen. Deshalb wäre er auch nicht böse, würde er im Oktober einen der anderen Preise gewinnen: 20 Hackpfähle, Kuhglocken, Fleisch, Käse oder Kraftfutter für die Kühe. Hoffentlich hatte er einen guten Bart-Sommer.