POLITIK
04/08/2015 15:17 CEST

USA verweigern 19-jähriger Deutschen die Einreise - wegen eines Facebook-Chats

Getty
USA verweigern 19-jähriger Deutschen die Einreise - wegen eines Facebook-Chats

Nach dem Abi erst einmal ins Ausland - diesen Traum haben viele deutsche Jugendliche. Auch Aimee Valentina Schneider hatte eine Reise in die USA geplant. Doch wegen eines Facebook-Chats ließen die Behörden sie nicht einreisen.

„Es fühlt sich an, als sei es nicht wirklich passiert“, sagte die junge Frau der "Frankfurter Rundschau". Sie hatte geplant ihre Großcousine in Cleveland vier Monate lang zu besuchen. Noch voller Vorfreude stieg sie in Deutschland ins Flugzeug. Bei der Passkontrolle in Philadelphia werden ihr aber plötzlich ungewöhnlich viele Fragen gestellt.

"Niemand macht so lange Urlaub"

Ihren Reisepass steckte der Beamte in eine rote Tüte und schickte Schneider mit den Worten "Bye and good luck" zu einem separaten Eingang. Dann muss sie ihren Koffer holen und vor den Augen der Polizisten öffnen, die diesen gleich durchsuchen. Wieder werden ihr Fragen zu ihrer Einreise gestellt.

„Das glaube ich Ihnen nicht. Niemand macht so lange Urlaub“, erinnert sich die 19-Jährige an die Worte einer Beamtin, wie die "Berliner Zeitung" sie zitiert. Und der Ton wird schärfer: „Wenn Sie nach New York gewollt hätten, wäre es ja glaubwürdig gewesen, aber was wollen Sie denn bitte in Cleveland?“

Aus vier Monaten wurden vier Stunden am Flughafen

Dann wird nach ihrem Handy verlangt und das Gerät abgenommen. Anschließend machen die Beamten Fotos von Schneider und nehmen ihre Fingerabdrücke. Doch als sie ein Frageprotokoll ausfüllen soll, wird sie endgültig stutzig. Denn es zitiert den Verlauf des Chats, den sie mit ihrer amerikanischen Cousine auf Facebook geführt hatte.

"Haben Sie Nachrichten in ihrem Handy, in denen steht, dass ihre Cousine ihnen angeboten hat, auf die Nachbarskinder aufzupassen und das Sie ihr erzählt haben, dass Sie einen gültigen Führerschein haben und somit die Kinder zur Schule fahren können?", lautete eine der Fragen.

Ihr Visum sei ungültig, wurde Schneider erklärt. Denn sie hatte verschwiegen als Au-Pair in den USA arbeiten zu wollen. So wurden aus den ursprünglich geplanten vier Monaten gerade einmal vier Stunden. Besonders unangenehme noch dazu.


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