WIRTSCHAFT
04/08/2015 13:03 CEST | Aktualisiert 04/08/2015 14:46 CEST

Spaniens Arbeitslosenquote so niedrig wie lange nicht - obwohl es dem Land lange nicht gut ging

Thinkstock
Diese Nachricht aus Spanien kann anderen Krisenländern Hoffnung machen

Noch vor einigen Monaten hätten viele Ökonomen aber auch die Spanier selbst es nicht für möglich gehalten: Nämlich, dass das Land sich schnell von seiner schweren Wirtschaftskrise erholt. Zu viele Unternehmen gingen Pleite, zu sehr war die Kauflaune der Spanier getrübt. Jetzt kommt von unseren Nachbarn eine erste gute Nachricht: Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist auf den tiefsten Stand seit fast fünf Jahren gesunken.

Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen beschleunige sich sogar, sagt Arbeitsstaatssekretär Juan Pablo Riesgo. Seine Zahlen zeigen: "Immer mehr Familien bekommen den wirtschaftlichen Aufschwung zu spüren." Wie das Madrider Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte, waren im Juli bei den Arbeitsämtern rund 4,0 Millionen Erwerbslose registriert, 8,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die Zahlen haben jedoch einen Haken. Die Statistik des Ministeriums berücksichtigt nur die registrierten Arbeitslosen. Sie nennt keine Arbeitslosenquote. Diese liegt nach Angaben des Statistik-Instituts (INE) bei 22,4 Prozent, 2013 waren es noch 26 Prozent. Auch hier sich zeigt also, dass die Lage in Spanien sich gebessert hat. In Deutschland liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 6,6 Prozent.

Spanien steht mit seiner Entwicklung derzeit besser da als andere Krisenländer der Eurozone. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete erneut Griechenland mit 25,6 Prozent. Aber auch hier sinkt die Arbeitslosigkeit, wie auch in Portugal. Einen Anstieg von 12,5 auf 12,7 Prozent gab es hingegen zwischen Mai und Juni in Italien

Besonders schwierig bleibt die Lage für junge Menschen in Südeuropa. In Griechenland hatten im April 53,2 Prozent der Männer und Frauen unter 25 Jahren keinen Job. In Italien waren es 44,2 Prozent. In Deutschland lag die Quote bei 7,1 Prozent. Im Schnitt aller Euro-Staaten lag sie bei 22,5 Prozent. Diese Werte sind aber nicht unmittelbar vergleichbar mit der Gesamtquote: Studenten ohne Job werden ausgeklammert, das verkleinert die Bezugsgruppe. Dadurch fällt jeder einzelne Arbeitslose mehr ins Gewicht.


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